Mittwoch, 23. Januar 2013

Der Geburtstag des Propheten - Der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen!






DER GESEGNETE MONAT
Am 12. des gerade beginnenden gesegneten Monats Rabi‘a al-awwal wurde der Prophet Muhammad geboren – ein Segen und eine Barmherzigkeit für die gesamte Menschheit.
Die Geschichte berichtet, daß die Mutter des heiligen Propheten, Âmina, den Kummer über den Tod ihres Mannes um so mehr vergaß, je näher der Zeitpunkt der Niederkunft rückte, da sie spürte, daß sie ein besonderes Licht in sich trug. Eines Tages erstrahlte es mit solcher Kraft, daß sie die Burgen von Busrâ’ in Syrien erblickte.
Am Tag der Geburt des Propheten geschahen Zeichen und Wunder: Einige Menschen konnten ein Licht vom Himmel auf die Erde strahlen sehen. Die Gebirge schienen sich zu beugen und die Bäume verneigten sich. Die ganze Erde tat, als würde sie innehalten und still werden. Als der Prophet am Montag, dem 12. Rabi‘a al-Awwal, geboren wurde, fielen in der Ka‘ba die steinernen Götzen von ihren Sockeln. In Persien stürzten vierzehn Zimmer eines Palastes ein, den die Perser glaubten für die Ewigkeit gebaut zu haben. Auch erlosch das Feuer, das sie seit tausend Jahren angebetet hatten, und der See von Sawa, den das Volk der Perser als Gottheit vereehrte, trocknete aus und blieb von nun an für alle Zeiten leer. – UndPreis sei Allâh, dem Herrn der Welten!


WAS AM TAG DER GEBURT GESCHAH:
Als die Zeitdauer abgelaufen war und der Augenblick der Niederkunft nahte, sah man, daß das heilige Haus, die Kaaba in Mekka, sich auf einmal in zwei Hälften spaltete. Als noch gerätselt wurde, was der Grund dafür sein könnte, drang eine Stimme aus dem Inneren der Kaaba, die sprach: „O Männer der Quraish! Dieses heilige Haus hat sich nicht geteilt, um jemandes Tod Rechnung zu tragen, vielmehr weil die Zeit der Geburt nahe ist für das Licht dieser Welt, den Ruhm der Welt, die strahlende Leuchte des Paradieses, da Muhammad bin Abdullah – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – aus seiner Mutter Leib hervorkommen soll. … Wisset, daß es aus Ehre vor diesem langersehnten Ereignis ist, daß dieses Gebäude brach und sich gespalten hat.“
In der Nacht, da Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, befahl Allâh der Allmächtige, erhaben sei Er, den Engeln, alle Tore des Himmels und des Paradieses weit zu öffnen. An diesem Tag schien die Sonne strahlender, und stärker war ihr Licht als an anderen Tagen, und die ganze Welt war erfreut.
Abdullah bin Salam berichtet: »In der Nacht, da der Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, saß ich mit einem gelehrten Juden zusammen. Er richtete sein Antlitz gen Himmel und sprach zu mir: „Ya Ibn Salam! In genau dieser Nacht wurde zu Mekka der arabische Prophet Muhammad ibn Abdullah – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren, der die Welt erleuchten wird.“ Ich sagte zu ihm: „Was bedeuten diese deine Worte, woher weißt du solches?“ Er antwortete mir: „Ich habe die Himmel beobachtet, und ich sehe jetzt ein Licht, wie es seit Bestehen der Erde nicht beobachtet worden ist. Daher weiß ich von diesem Ereignis.“ Ich betrat einen dunklen Raum, und ich sah siebzig Kerzen in ihm brennen, so daß er strahlend hell erleuchtet war. Da wußte ich, daß ungewöhnliche Dinge geschahen. …«

WAS DIE MUTTER ERZÄHLT
Die gesegnete Mutter des Propheten, Amina, erzählt: »Zu der Zeit, da ich gebären sollte, war niemand bei mir, weder Mann noch Frau warteten mir auf, denn alle, Abdul-Muttalib eingeschlossen, waren fortgegangen, um Tawaf um die Kaaba zu machen. Ich war ganz allein im Haus. Plötzlich gab es ein schreckeneinflößendes Geräusch, und ich empfand große Furcht. Dann leuchtete ein weißer Vogel über meiner Brust auf, und die Furcht verließ mich, ich beruhigte mich, und keine Spur von Schmerz oder Besorgnis blieb zurück. Als nächstes wurde mir eine Tasse süßen weißen Sorbets gereicht, und als ich davon trank, füllte sich mein Herz mit Frieden, Freude und Licht. Danach gewahrte ich eine Anzahl hochgewachsener Frauen, die sich mir näherten, groß und schlank wie Zypressenbäume und von erstaunlicher Schönheit. … Eine der Frauen sprach: „Ich bin Hawa, die Frau des Propheten Adam“, und eine andere sagte: „Ich bin Sarah, die Frau des Propheten Ibrahim.“ Noch eine andere sagte: „Ich bin Asya, die Frau Fir’auns von Ägypten.“ Und eine andere sagte: „Ich bin Maryam, die Tochter ‘Imrans, Mutter ‘Isas.“ Die anderen wurden als Huris des Paradieses vorgestellt, sie alle waren gekommen, um den heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – in sein Erdenleben zu geleiten und ihn mit gebührender Verehrung zu begrüßen.
Inzwischen waren die Geräusche, die ich gehört hatte, stärker, lauter und furchterregender geworden. Plötzlich nahm ich einen weißen Vorhang wahr, der von den Himmeln herab auf die Erde gezogen wurde, so daß ich vor den Augen der Jinn verhüllt war. Dann kam ein Schwarm Vögel mit smaragdgrünen Schnäbeln und rubinsteinroten Flügeln. Diese Vögel flogen herab und flatterten so dicht über mir, daß ich ihren Flügelschlag auf meiner Haut spüren konnte. Sie flogen wie im Tawaf herum und um mich herum. Dann entfernte der Allmächtige Herr den Schleier von meinen Augen, und ich gewahrte die ganze Welt vom Osten bis zum Westen. Drei Flaggen sah ich sie vom Himmel herab bringen: eine pflanzten sie in den Grund des Ostens, eine in den Westen und eine genau oben auf die Kaaba. In den Himmeln, die sich meinen Augen offenbarten, gewahrte ich Männer, die juwelenbestückte Gefäße trugen; und sie leisteten Hilfe bei der Geburt des gesegneten Kindes, und ich erleidete weder Schmerz noch Unruhe. Und als ich wieder schaute, sah ich, daß das Kind beschnitten zur Welt gekommen war und die Nabelschnur durchtrennt war, und er war in ein Stück weißer Seide geschlungen. Er berührte den Boden mit seinem gesegneten Kopf, erhob den Zeigefinger seiner rechten Hand und brachte Allâh dem Allmächtigen demütige Anbetung entgegen. Ich beugte mich nieder, um zu hören, was er sagte, und dies waren die Worte, die ich hörte:
„Ashhadu an lâ ilâha ill’Allâh

wa innî rasûlullâh;

Allâhu abkar kabîran,

wa l-hamdu lillâhi kathîran,

wa subhâna llâhi bukratan wa
asilan.

allâhumma, ummatî, ummatî …“«
… Amina, die Mutter des heiligen Propheten erzählt wieder: »Ich gewahrte dann eine weiße Wolke in der Luft, die auf mich zukam, aus ihr drangen Geräusche wie von Pferden. Diese Wolke senkte sich hinab und umhüllte das kleine Kind Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und trug ihn weg aus meiner Sicht. Ich hörte eine Stimme rufen: „Wir nehmen Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, um ihm die ganze Welt zu zeigen. Wir wollen sie umrunden und in die Tiefen der Meere eintauchen, auf daß alles Leben in und unter ihr von der Ankunft dieses edlen Wesens erfahren möge, sein Antlitz gesehen habe und von seiner Ankunft wisse. Hiernach soll die Welt vom Licht des Glaubens erfüllt sein.“ Derart hörte ich die Stimmen zu mir sprechen. „Nur einen kurzen Augenblick später leuchtete die Wolke erneut auf, und ich sah meinen Sohn Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – wieder, jetzt in ein grünes Stück Seide gewickelt, triefend vor Milch. Sein Gesicht war strahlend wie der Mond in seiner vierzehnten Nacht, und ein Duft süßer als gelber Moschus strömte von ihm aus.«
Vom Körper des gesegneten Kindes ging ein Duft aus, der die ganze Stadt Mekka mit einem Geruch wie von Moschus und Amber erfüllte.

WUNDERSAME DINGE
… Es wird von Ibn Abbas berichtet: „In der Nacht, da der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, fielen alle Götzenbilder in der Kaaba von ihren Plätzen und zerbrachen in Stücke.“
Zu diesem Zeitpunkt hörte man eine Stimme aus dem Unsichtbaren rufen, die sprach: „Weh und ewige Verdammnis auf Quraysh, da der ruhmreiche und erhoffte Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – in Wahrheit gekommen ist, verschönert durch den Schmuck der erhabensten Gärten des Paradieses.“
Die Kaaba selbst war inwändig mit goldenen Lampen aus dem Paradiese behängt, und alle Wesen der Himmel und der Erde, die Jünglinge und die Jungfrauen des Paradieses, alle erschaffenen Wesen neben der Menschheit erfreuten sich und teilten sich gegenseitig die frohen Nachrichten mit.
Es wird berichtet von Ka’ab al-Akhbar: „Eines der Wunder jener Nacht war ein Fisch, der im Meer lebte. Sein Name war Zalmusa. Dieser Fisch hatte siebzig Köpfe und siebzig Schwänze, und eine einzige Schuppe auf seinem Rücken hätte siebzig Gebirge und Ebenen halten können, die kleinste von ihnen hätte die Größe des Jabal Qubais (Berg in Mekka) gehabt. … In der Nacht der Geburt des heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – war dieser Fisch durch den Willen Allâhs des Allmächtigen so überwältigt von gewaltigen Gefühlen, daß er die sieben Meere von seiner Begeisterung aufwogen ließ, so daß alle Geschöpfe des Meeres augenblicklich über die Ankunft des heiligen Propheten in der Welt der Menschen informiert waren.“
Als das Kind geboren war, schickte Amina nach dem Großvater, daß er ihren neugeborenen Sohn ansehe. Abdul-Muttalib erzählt: „Ich war zu jener Zeit im Gebäude der Kaaba. Da erlebte ich, wie die Mauern des Gebäudes zu schwanken und vor Freude zu zittern begannen …“
Stimmen voller Lobpreisungen und Freude waren überall in der Stadt zu hören und drangen auch in Abu Lahabs Haus. Von Stimmen und herrlichen Düften aufgeweckt, fragte er sein Sklavenmädchen Thauba, was das zu bedeuten hätte. Sie antwortete: „Gottes Neuigkeiten und Nachrichten der Freude seien mit dir, o Abu Lahab! Die Frau deines Bruders Abdullah, Amina, hat einen Sohn geboren, Muhammad Mustafa – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -.“ Abu Lahab war so erfreut über die guten Nachrichten, die sie ihm gebracht hatte, daß er ihr die Freiheit schenkte: „Ya Thauba, gehe zum Haus der Mutter Muhammads – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – und biete deine Dienste als Amme an.“
Sieben Tage lang gab seine Mutter Amina ihm Milch, danach kam Thauba und ernährte ihn, bis er zu Halima as-Sa’adia gegeben wurde.
In aller Welt fielen in jener gesegneten Nacht die Götzen von ihren Sockeln und zerschellten in Stücke, und Shaitans Thron wurde umgestürzt, so daß er herabfiel. Daraufhin wurden die Engel seiner habhaft und sperrten ihn vierzig Tage lang in den vierzig Meeren ein. Nachdem ihm die Flucht gelungen war, begab er sich auf den Mount Abu Qubais und gab einen mächtigen Schrei von sich, wodurch alle Teufel und Ifrite herangeflogen kamen und wissen wollten, was los sei. Er antwortete: „Ein schrecklicher Zerstörer ist auf euch herabgeschickt worden, wie ihr noch nie zuvor einen gekannt oder gesehen habt. Kann es etwas Schlimmeres geben? Gegen diese Heimsuchung gibt es kein Heilmittel.“ Und alle Teufel waren geschockt.
In jener gesegneten Nacht erloschen die Feuer von Majusis, die seit tausend Jahren ununterbrochen gebrannt hatten, und keine Spur von Hitze oder Feuer blieb übrig – ihre Feuerstellen wurden so kalt wie Eis, kälter als die grimmigste Winterkälte.


WAS SICH IN PERSIEN ZUTRUG
Im Lande Persien gibt es im Gebiet von Kesane einen Ort mit Namen Sawa an den Ufern des großen Flusses Euphrat. Früher hatte in jener Stadt eine große Anzahl von Christen und Juden gelebt. Sie hatten dort Kirchen und Klöster erbaut und waren anerkannt und standen in hohem Ansehen. In der Nacht, da der heilige Prophet Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – geboren wurde, trocknete der ganze Fluß bei Sawa plötzlich aus, und als sie am nächsten Morgen erwachten, war der Grund aufgeplatzt und dürr geworden, als wenn es an diesem Flecken niemals eine Spur von Wasser gegeben hätte. Solch glühende Hitze entstand anstelle des Wassers, als wenn seit unzähligen Tagen dort ein Feuer gebrannt hätte.
Den König der Region hieß man „Khosroes“, und der König jener Tage war Kaykubad Nushurevan. In jener Nacht gingen vierzehn seiner 22 Paläste und mit Kuppeln versehenen herrschaftlichen Behausungen zu Bruch und fielen, und nur acht blieben stehen. In dieser Nacht taumelte sein Thron und stürzte. Und der König selber hatte einen erschreckenden Traum. Er rief all seine Traumdeuter und Weissager herbei, ihm seinen Traum zu erklären, doch niemand wußte von ihm. Da rieten sie ihm zu einem Mann namens Satih im Lande Bahrain, der, mit Ausnahme des Schädels, ein Mensch ganz ohne Knochen war. Einmal im Jahr wurde er in einer großen Prozession auf einem goldenen Tablett hinausgetragen, dann scharten sich alle Gelehrten um ihn herum und lauschten seinen Voraussagen für das kommende Jahr.
Nun war König Nushurevan einer der hocherlesenen Diener, denn er war der gerechte König, auf den sich der heilige Prophet – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – bezog, als er sagte: „Ich kam in der Zeit eines sehr gerechten Königs in diese Welt.“
Satih sagte: „In seinem Traum sah der König Nushurevan das Herannahmen einer Armee mit Reitern auf arabischen Hengsten und Hejin Kamelen, die die ganze Stadt von Meda’in anfüllten. Dann ließen diese Reiter alle Kamele, die sie fanden, aus der Stadt heraus.“
Er erklärte: „Die Bedeutung der acht herrschaftlichen Wohnungen mit Kuppeln, die nicht zugrunde gingen, ist diese: Dem König Nushurevan werden acht Könige folgen, dann wird sein Königreich von den Armeen des Islam erobert werden. Das Ersticken der Feuer von Majusis und das Trocknen der Wasser um Sawa deutet an, daß das Licht, das mit den Juden, Christen und Majusis ist, von ihnen genommen wird und daß ihre Quelle austrocknen wird. Der zukünftige Prophet wird die ganze Welt mit seinem Licht erfüllen und ein Gesandter aller Völker werden. Diese Träume und Geschehnisse sind Zeichen seiner Ankunft.“

DIE ZEICHEN
Der Zeichen, die die Geburt des heiligen Propheten Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – ankündigten, waren viele. Es war solch eine große und heilige Nacht, daß es für jene, die während ihr wachten, war, als hätten sie die Nacht der Macht (Lailatu l-Qadr) erlebt.
Deshalb ist es empfohlen, besondere Feiern zu veranstalten und die Lichter auf den Minaretten anzuzünden. Alle Länder des Islam sollen sich erfreuen und Festlichkeiten veranstalten, denn jeder Muslim sollte froh sein, des Geburtstags des Prinzen der Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – mit Liebe und Hingabe zu gedenken. (Li 209, – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -nach: Haji Amina Adil, The Last Prophet, p. 90-101.)
Welche Ereignisse die Geburt des heiligen Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – außerdem ausgelöst hatte, … in der Fortsetzung …


VOM SEGEN DES MAULID FESTES
In Hajji Amina Adils Buch „The Last Prophet“- der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – gibt es eine Geschichte, die zeigt, welch großer Segen durch das Fest der Liebe zum Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – auf Anwesende und selbst die Nachbarn kommt.

Muhammad bin Khatim berichtet: Einst lebte ein Mann in Ägypten, der jedes Jahr freizügig und spendabel ein großes Maulid-Fest veranstaltete und alle Armen, Witwen und Waisen der Umgebung zum Festessen einlud.
Die Frau des Nachbarn, sie waren Juden, wurde darauf aufmerksam. In der Nacht sah sie im Traum das strahlende Licht des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, er war, umringt von seinen ebenfalls leuchtenden Gefährten, beim Fest des Nachbarn zugegen. Ihre Sehnsucht wuchs, ihn zu sehen. Wie er sie da voller Respekt und Liebenswürdigkeit empfing mit „Labbayk“ – „Hier bin ich“, „in Deiner Gegenwart“, fühlte sie sich hingezogen, doch fragte sie erstaunt, wie ein so gesegneter Mensch hierher komme. Er sprach: „Der Gastgeber hat soviel aufgewendet, um seine vielen bedürftigen Gäste königlich zu bewirten, daß auch ich mit der Erlaubnis Allâhs hierhergekommen bin. In Anerkennung meines Besuches aber geruhte der Herr, allen Besuchern dieses Hauses Sicherheit und Befreiung von Drangsal für ein volles Jahr zu versichern, und Er regnet Segen und alle Arten von Gunst auf all jene hinab, die zu dieser Zeit hier anwesend sind.“
„Würdest du auch in mein Haus kommen, o Prophet“, wollte die Frau wissen, „wenn ich deine Religion annähme und ein Fest für dich bereitete?“ Er bejahte lächelnd, und Allâh gewährte ihr sowie ihrem Mann das Geschenk des Islam. (p. 105-108) [„Li 210; Fortsetzung“: http://www.spohr-publishers.com/lichtblick/detail/150 ]

WAS SICH IM MAGHRIB ZUTRUG
Im Reiche des Westens, im Maghrib, gab es einen König, der, wie alle Araber jener Zeit, Götzen anbetete. Dieser hatte eine Tochter, die mit einem störenden Handicap geboren war. Der König hielt sie versteckt und schloß sie in unterirdischen Kammern weg, damit, wenn sie des Nachts fürchterliche Schreie ausstieß und wütete, niemand sie hören konnte. Der König litt darunter, er flehte seine Götzen an, opferte ihnen, fastete, legte Gelübde ab und betete die ganze Nacht hindurch um Heilung seiner Tochter – aber was konnten die Götzen schon ausrichten?

In der Nacht der Geburt des Propheten – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen – hatten er und seine Frau sich auf das Dach des Hauses begeben, um die Sterne anzuschauen. Als sie in den nächtlichen Himmel starrten, war es plötzlich, als riß der Himmel entzwei, und ein Licht brach hervor, das die Welt erleuchtete. Sie sahen die Bäume und Blumen in ihrem Garten und sogar die Steine sich beugen und niederwerfen. Alles sprach: „Lâ ilâha ill’Allâh, Muhammadu r-Rasûlullâh“, und der König und die Königin waren Zeugen. Sie schauten einander an und fragten sich: „Hast du auch gehört und gesehen, was ich gehört und gesehen habe?“ Als sie sich gegenseitig versichert hatten, daß sie tatsächlich diese seltsamen Dinge erlebt hatten, wandten sie sich ihrem Götzen zu, um ihn zu befragen, was dies bedeutete. Nun war es just der Augenblick gewesen, da alle Götzen von ihren Sockeln gefallen waren, und auch der ihre hing verkehrt herum. Da hörten sie eine Stimme aus ihm dringen: „Gekommen ist die Wahrheit, und dahingeschwunden ist das Falsche. Siehe, das Falsche schwindet schnell.“ [Koran 17:81] Die Stimme versetzte sie in große Bestürzung, und gemeinsam riefen sie aus: „O Sprecher, wen höre n wir aus diesem trocknen Stein sprechen, wer ist es?“ Und die Stimme erwiderte: „Es ist Muhammad – der Friede sei auf ihm und seinen Leuten und Segen -, der heilige Prophet, der in die Welt gekommen ist am Ende der Zeiten. In gerade dieser Nacht wurde er geboren zwischen den Felsen von Safa und Marwa, beim heiligen Hause des Herrn, der Kaaba, und für ihn geschah es, daß die achtzehntausend Welten erschaffen und das gesamte Universum in die Existenz gerufen wurden.“
Der König beschloß sofort, hinauszugehen und diesen Propheten aufzusuchen, damit er für seine Tochter bete. Doch noch bevor er zu Ende gesprochen hatte, stand die Tochter schon hinter ihm, vollkommen geheilt und ohne jeden Fehl und Makel. Die Tochter erzählte, was ihr geschehen war. Sobald sie eingeschlafen war, hatte eine strahlende Gestalt ihr Zimmer betreten und sie mit den Worten angesprochen: „Ich komme, gemeinsam mit den anderen Engeln, gerade von dem Besuch eines neugeborenen Kindes zurück und bin jetzt hier, dir ein Gebet zu bringen. Es lautet so:
‚O Allâh, um Deines heiligen Propheten willen, der in dieser Nacht geboren wurde, nimm dieses Leiden, diesen Schmerz und diese Plage von mir fort!‘
Du mußt es sprechen, dann auf deine Hände blasen und mit ihnen über deinen ganzen Körper streichen und so lange fortfahren, bis dein Leiden verschwunden ist.“
Als sie daraufhin aufgewacht war, hatte sie getan, was der Engel ihr geraten hatte, und siehe, alle Fesseln fielen von ihr ab, und sie wurde vollkommen gesund.
Der Vater beschloß, den wundersamen Propheten sofort aufzusuchen. Ungeachtet der großen Distanz vom Maghreb bis nach Mekka und noch ganz unter dem Eindruck der Wunder, die sie erlebt hatten, machten sie sich mit ihren Kamelen unverzüglich auf den Weg. Nach einem Stück des Weges überkam sie große Müdigkeit, und sie schliefen ein. Der Engel Gabriel kam und faltete die Erde unter ihnen, so daß sie noch vor Mittag des nächsten Tages Mekka erreichten.
Als sie zu Aminas Haus kamen, sollten sie nicht vorgelassen werden, der Großvater hatte den Besuch von Fremden verboten, da das Kind viele Feinde hatte. Schließlich ließ Amina sich erweichen und bat sie herein. Sie enthüllte des Knaben Gesicht, und das Licht auf ihm strahlte hinauf bis zu den Himmeln.
Eine geschlagene Stunde betrachteten sie die unirdische Schönheit des Kindes, küßten ihm Hände und Füße, bis Amina sie bat, wieder zu gehen. Noch einmal wollte der König das Kind betrachten. Doch als er sich dieses zweite Mal über es beugte, entfuhr ihm ein Schrei, und er stürzte tot zu Boden: sein Herz war vom
Feuer der Liebe entflammt, und er übergab seine Seele, die die Engel unverzüglich ins Paradies brachten.

Auszug aus dem Buch:

http://www.kitapshop.de/de/prophet-muhammad-s/3983-die-propheten-ii-sayyiduna-muhammad.html


Die Propheten (II) - Sayyiduna Muhammad

Montag, 19. November 2012

Aschura

Zu diesen ersten zehn Tagen des Muharram gehört auch Aschura, an dem RasulAllah, sallAllahu ‘aleihi wa sallam, immer zu fasten pflegte (Sunna Mu‘akkada).
Dieser Tag ist von allergrößter Bedeutung für die Menschheitsgeschichte. Viele wichtige Ereignisse im Leben der Propheten passierten an diesem Tag:

-An diesem Tag erschuf Allah, Jalla Jalaluhu, Himmel und Erde
-erschuf Er, Jalla Jalahuhu, Adam und Eva, ‘aleihi s-salam,
-wurde Sayyiduna Adam, ‘aleihi s-salam, erwählt
-strandete die Arche von Sayyiduna Nuh, ‘aleihi-s-salam
-wurde Sayyiduna Ibrahim, ‘aleihi -s-salam, Khalil Allahs
-wurde Sayyiduna Dawud, ‘aleihi s-salam, vergeben
-bekam Sayyiduna Suleiman, ‘aleihi s-salam, sein Reich zurück
-wurde Sayyiduna Ayyub, ‘aleihi s-salam, die Krankheit genommen
-wurde Sayyiduna Junus, ‘aleihi s-salam, aus dem Bauch des Fisches befreit
-traf Sayyiduna Ja‘qub, ‘aleihi s-salam, nach 40 Jahren seinen Sohn Sayyiduna Jusuf, ‘aleihi s-salam, wieder
-wurde Sayyiduna Isa, ‘aleihi s-salam, geboren
-wurde Sayyiduna Isa, ‘aleihi s-salam, in den Himmel erhoben
-heiratete Sayyiduna RasulAAlah, ‘aleihi s-salatu wa s-salam, Sayyidatina Khadija, radiAllahu ‘anha.

Der Gesandte Allahs sagte, sallAllahu ‘aleihi wa sallam: „Wer an diesem Tag fastet, der erhält die Belohnung von 1000 Hajj, 1000 Umra, 1000 Märtyrer, die Belohnung Ismaels, 70000 Schlösser im Paradies, Schutz vor der Hölle, Belohnung von 10000 Engeln.“

Und: „Wer an diesem Tag 1000 Ikhlas (Qul huwa Allahu ahad...) liest, den schaut Allah mit Gnadenaugen an und rechnet ihn zu den Siddiqin.“

Aschura wird am kommenden Samstag (24.11.) oder Sonntag (25.11.) sein, in scha Allah.

Donnerstag, 8. November 2012

Neujahr 1434


Das neue Jahr beginnt bald, in scha Allah.

إِنَّ عِدَّةَ الشُّهُورِ عِنْدَ اللَّهِ اثْنَا عَشَرَ شَهْرًا فِي كِتَابِ اللَّهِ يَوْمَ خَلَقَ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضَ مِنْهَا أَرْبَعَةٌ حُرُمٌ   ذَٰلِكَ الدِّينُ الْقَيِّمُ   فَلَا تَظْلِمُوا فِيهِنَّ أَنْفُسَكُمْ  
Gewiß, die Anzahl der Monate bei Allah ist zwölf Monate, im Buch Allahs (festgelegt) am Tag, da Er die Himmel und die Erde schuf. Davon sind vier geschützt, Das ist die richtige Religion. So fügt euch selbst in ihnen kein Unrecht zu. (Sure 9, Vers 36)


Der Vollmond des letzten Mond-Monates Dhu-l-Hijja ist vorbei und wir bewegen uns auf das neue Jahr zu. 
Mit dem Neumond beginnt, in scha Allah, der Monat Muharram des Jahres 1434, in scha Allah am 14. oder 15. November.

Ibn Abbas, radiAllahu ‘anhu, berichtet, dass der Prophet, sallAllahu ‘aleihi wa sallam, sagte: „Wer den letzten Tag des Dhul-Hijja und den ersten Tag des Muharram fastet, somit das vergangene Jahr fastend beendet und das neue Jahr fastend begrüßt, dem gewährt Allah die Kaffara (Sühne) von 50 Jahren.“

Allah, Jalla Jalaluhu, hat in jeden Monat eine Besonderheit gelegt und bestimmte Vorzüge mit ihm verknüpft.

Anas, radiAllahu ,‘anhu, berichtet, dass der Prophet, sallAllahu aleihi wa sallam, sagte: Wer am ersten Freitag des Muharram fastet, dem vergibt Allah alle vorangegangenen Sünden, und wer drei Tage fastet, Donnerstag, Freitag, Samstag, dem schreibt Allah 900 Jahre Ibada (Gottesdienst) auf.

Aischa, die Mutter der Gläubigen, radiAllahu ‘anha berichtet, dass der Prophet, sallAllhu ‘aleihi wa sallam, sagte: „Wer die ersten zehn Tage des Muharram bis zum Aschura fastet, bekommt das höchste Paradies (Firdaus al-‘ala).

Donnerstag, 1. November 2012

Nur Koran und Sunna



bismillahirrahmanirrahim

(Husamuddin Meyer)

„Nur Koran und Sunna“


In den Moscheen in Deutschland hört man aktuell sehr häufig den Ausspruch „Wir folgen nur Koran und Sunna“, welcher sich auf ein Hadith des Propheten Muhammad, SallAllahu aleihi wa sallam, bezieht, in dem er laut Abu Hurayra, radiyAllahu ’anhu, sagte: „Ich hinterlasse euch zwei wichtige Dinge. Haltet an ihnen fest und ihr werdet nach mir nicht irregehen: Das Buch Allahs und meine Sunnah.“1
Sie wollen damit sagen, dass sie nur die Originalquellen akzeptieren und damit dem richtigen Islam folgen.
Die meisten allerdings, die dieses Hadith zitieren, verstehen nicht seine Bedeutung, denn sie verstehen darunter: „so wie ich den Koran verstehe, bzw. so wie ich die Hadithe verstehe“. Anstatt Sunna als die Lebensweise des Propheten anzusehen, betrachten sie nur die Hadithe an sich und verstehen selten den Zusammenhang und die Bedeutung ihres Inhaltes.
Auch Koranverse werden heute selbständig interpretiert und umgesetzt, obwohl schon der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, eindringlich davor warnte.
Sicherlich kennen auch Usama Ben Laden, Sawahiri, Kashmiri und andere das erwähnte Hadith und „wenden es an“. Auch sie denken vermutlich, sie handeln islamisch, nach den Originalquellen.
Zur Zeit des Propheten, aleihi s-salatu wa salam, und danach hingegen hatten nur wenige Sahabas überhaupt die Erlaubnis, über den Koran zu sprechen. Einer von den wenigen war Ibn Abbas, radiyAllahu ’anhum ajma’în.
Unter „Sunna“ verstehen die meisten Muslime heutzutage „Hadithe“, in denen ja auch tatsächlich Aussagen, Taten des und Berichte über den Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, niedergeschrieben wurden.
Allerdings waren sich zu allen Zeiten die Gelehrten darüber einig, dass es sehr umfangreicher Kenntnisse bedarf, um die Hadithe zu verstehen, einordnen zu können, beziehungsweise in die Praxis umsetzen zu können. Wichtig für ein Hadith ist zum Beispiel der Zusammenhang: Wer war der oder wer waren die Zuhörer? In welchem Zusammenhang hat er, SallAllahu aleihi wa sallam, es gesagt? Was hat er gesagt und was hat er damit gemeint? Was bedeuten seine Worte? Bedeuten die Worte in der heute üblichen arabischen Sprache noch dasselbe wie damals?

Hinzu kommt, dass es beinahe zu jedem Ausspruch des Propheten einen anderen Ausspruch gibt, welcher dem ersten zu widersprechen scheint.
In einem solchen Fall wird nun von den heutigen Muslimen meist der eigene Verstand als Maßstab genommen, welcher der Hadithe nun wahrscheinlicher ist, oder es wird auf die Kategorisierungen „da’îf, sahîh“ einiger moderner „Wissenschaftler“ zurückgegriffen, welche häufig auch nur nach ihrem Verstand und oft ohne richtige Ausbildung diese Einteilungen vornahmen.2
Schon Sufyan ibn ’Uyayna (-198 Hijra), der große Hadithgelehrte, sagte: „al-hadith madilla illâ li-l-’ulamâ“, „Hadithe sind Fallgruben, außer für Ulama“.
Das bedeutet: Nur ein ’Âlim kann die Hadithe richtig verstehen und interpretieren, vor allem daraus Rückschlüsse auf das islamische Recht ziehen. „Jedes Hadith hat sein Fiqh“.
Imam Schafii sagte: „Ihr [Die Gelehrten des Hadith] seid die Apotheker, aber wir [die Juristen] sind die Ärzte.“3 
Genauso wie die Einnahme irgendeines Medikamentes schädlich oder tödlich sein kann und man das richtige Medikament in seiner passenden Dosis verschrieben und vom Arzt verabreicht bekommen muss, verhält es sich auch mit den Hadithen.
Die Fuqaha (die Fiqh-Gelehrten), die Spezialisten auf dem Gebiet des islamischen Rechts, haben mit unglaublich umfassenden Kenntnissen über alle Zusammenhänge das islamische Recht kodifiziert, dabei alle diesbezüglichen Hadithe bewertet und als Beweis oder zur Bestätigung ihres Urteils benutzt oder übergangen.

Daher ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn man einer der vier Rechtsschulen (Maliki, Hanafi, Schafi’i oder Hanbali) folgt, denn diese Gelehrten hatten sich lange genug mit den Themen auseinandergesetzt und ihre Schluss-folgerungen gezogen. Ihr Wissen wurde zum Teil schriftlich niedergelegt und an ihre Schüler weitergegeben.
Die vier Rechtsschulen unterscheiden sich nur in Details und die vier Gründer Imam Malik, Imam Abu Hanifa, Imam Schafi’i und Imam Ahmad ibn Hanbal pflegten großen Respekt voreinander und betrachteten keinesfalls ihre Rechtsschule als die einzig richtige.
Die Hadithgelehrten hatten eine andere Aufgabe. Sie sammelten kursierende Hadithe und bewerteten ihre Zuverlässigkeit, um erfundene kursierende auszusortieren. Die Hadithe wurden nur dann in die Sammlungen aufgenommen, wenn man daran glaubte, dass der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, das darin Zitierte gesagt hat. Dennoch wurden sie nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Authentizität eingestuft. Nur Hadithen mit einer zweifelsfreien Überlieferungskette aus absolut zuverlässigen, frommen und unbescholtenen Überlieferern wurde das Siegel „Sahih“ gegeben, das heißt, an dieser Überlieferung besteht kein Zweifel. Weniger sicheren Hadithen wurde die Bezeichnung „Hassan“ gegeben und alle anderen als „Da’îf“ „schwach“ gekennzeichnet.
Als „da’îf“ wurde ein Hadith zum Beispiel dann bezeichnet, wenn die Überlieferungskette nicht nur aus absolut vertrauenswürdigen Gläubigen bestand.
Nur weil ein Glied der Überlieferungskette fehlte oder nicht als absolut vertrauenswürdig angesehen wurde, heißt das aber noch lange nicht, dass der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, diese Worte nicht gesagt hat, lediglich der „Beweis“ ist schwach. Es kann zum Beispiel sein, dass sich einer der Tabi’in, der viele Sahabas kannte, nicht mehr daran erinnern konnte, welcher Sahaba ihm denn nun die Worte weitergegeben hatte, er selbst sich aber sicher war, dass es ein zuverlässiger Sahaba war.
Die Hadithe deswegen abzulehnen und alles, was nur durch da’if – Hadithe belegt ist, nicht mehr zu tun, ist in höchstem Maße gefährlich, führt zu extremen Missverständnissen und hat mittlerweile in Deutschland eine enorme Fitna hervorgerufen.
Manche gehen heute so weit, dass sie alles als „Bid’a“ „Neuerung“ ablehnen, was nicht durch „Sahih“- Hadithe belegt ist. Und wieder andere akzeptieren sogar nur Hadithe aus Sahih-Bukhari, was zu einem extrem limitierten Religionsverständnis führt, denn Imam Bukhari hat nur etwa 7500 Hadithe in sein Werk aufgenommen, von denen einige mehrmals erwähnt werden, so dass nur etwa 4000 unterschiedliche Aussprüche darin zu finden sind.

Gehen wir zurück zu den Quellen:
Der Koran wurde dem Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, vom Erzengel Gabriel, aleihi s-salam, offenbart und von Propheten, aleihi s-salatu wa s-salam, mündlich an die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, weitergegeben.
Gleichzeitig wurde er vom Propheten in die Praxis umgesetzt, er war der „lebendige Koran“, wie Sayyidatina Aischa, radiyAllahu ’anha, später sagte.
Allah, Jalla Jalaluhu, hat den Koran nicht für alle zugänglich in den Himmel geschrieben und auch nicht als Buch „hinabgeworfen“, sondern von Sayyiduna Gibril, aleihi s-salam, in das Herz von Sayyidina Rasulullah, SallAllahu aleihi wa sallam, überbringen lassen: „fa-innahu nazzalahu ’ala qalbika bi-idhni-Llah“ (2:97)

Die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, – so sagt man – lernten erst dann einen weiteren Vers auswendig, wenn sie es geschafft hatten, den bereits gelernten in die Praxis umzusetzen. Schon beim allerersten Vers des Koran „bismillahirrahmanirrahim“ dürfte das den meisten Muslimen heutzutage schwer fallen, denn Barmherzigkeit ist fast ein Fremdwort geworden.
Handlungen, welche in Barmherzigkeit gehüllt sind, sind selten geworden, obwohl jeder Muslim alle seine Taten in diesem Namen ausführen sollte, wie es in einem Hadith heißt, sonst sind diese Taten verflucht.

Sayyiduna Muhammad, SallAllahu aleihi wa sallam, gab sein Wissen an die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, weiter, welche – so der Prophet - wie Sterne wurden („ashâbî ka-nujûm...“), wer ihnen folgt, ist rechtgeleitet.
Sein besonderer Schüler aber war Sayyiduna AbuBakr, radiyAllahu ’anhu, in dessen Herz er all das Wissen seines Herzens weiter geben konnte, wie es in einem Hadith heißt (Suyuti): „Alles Wissen, welches Allah, Jalla Jalaluhu, in mein Herz gegeben hat, habe ich in das Herz von AbuBakr geschüttet.“
Es verging kein Tag, an dem sie sich nicht mehrmals sahen, und Sayyiduna AbuBakrs Hingabe, radiyAllahu ’anhu, und sein Iman waren schon lange vor der Auswanderung nach Medina berühmt geworden.
Nach dem Tod des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, wurde folglich Sayyiduna AbuBakr, radiyAllahu ’anhu, als der bestmögliche Nachfolger angesehen.
Dieser gab sein Wissen auch wieder an viele weiter, unter anderem an Salman al-Farsi, welcher es an den Enkel von Sayyiduna AbuBakr weiter gab, der es dann an Sayyiduna Ja’far as-Sadiq, radiyAllahu ’anhum ajma’în, übermittelte.
Diese Kette der Weitergabe von Wissen (Silsila) ist nur ein Beispiel, es gibt viele andere. Das Wichtige bei diesen Ketten ist, dass das Wissen von Mensch zu Mensch, um nicht zu sagen von Herz zu Herz weitergegeben wird. Diese Menschen haben miteinander gelebt, Jahre miteinander verbracht, die vorhandene Barmherzigkeit gefühlt, täglich die unterschiedlichsten Situationen zusammen erlebt.
Man irrt sich gewaltig, wenn man glaubt, dass man das durch ein Studium der Bücher ersetzen kann.

Da sich der Islam aber immer mehr ausbreitete, hielt man es für nötig – ähnlich wie beim Koran – die Worte des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, in ihrem Wortlaut unabänderlich zu fixieren, um sie für immer zu bewahren und darauf zurückgreifen zu können. Den Auftrag dazu gab der in Damaskus residierende Kalif Omar Ibn ’Abd al-’Aziz, radiyAllahu ’anhu.
Es wurden zunächst die im Umlauf befindlichen Aussagen des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, und Erlebnisse mit dem Propheten der in Damaskus, Mekka, Medina und Basra lebenden Menschen gesammelt.
Spätere Sammler unternahmen weite Reisen, um fromme und beispielhafte Muslime zu treffen, welche sich vor einer Lüge hüteten und ein gutes Gedächtnis besaßen. Es wurden nur tadellose Gewährsmänner akzeptiert, andere wurden gar nicht erst angehört.4
Der erste Sammler größeren Umfangs war wohl – so sagen uns die Quellen – Imam Ibn Schihab az-Zuhrî (58-124n.H.), es folgten Al-Hazm, Ibn Jurayi (150n.H.) und Ibn Ishaq (151 n.H.) in Mekka, Sa’îd Ibn Abî ’Arûba (156) Ar-Rabî’ Ibn Sabîh (160) und Imam Malik (179) in Medina, Ma’mar (154) im Jemen, Sufyan ath-Thauri (161) in Kufa, andere in Basra, Scham, Chorasan und Ägypten.
Am bekanntesten dieser ersten Sammler wurde Imam Malik Ibn Anas (93 - 179H), der in Medina lebte und noch zahlreiche Sahabas traf. Er lernte z.B. von dem Sahaba Sahl Ibn Sa’d, radiyAllahu ’anhu, und von Imam Ja’far as-Sadiq, qaddasAllahu sirrahu. Sein Werk heißt „Muwatta“.
Gerade Imam Malik ist bekannt dafür, dass er sich mehr nach der medinensischen Praxis5“ und der „Meinung“6 der Leute von Medina, welche Leute gesehen haben, die den Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, gesehen haben, gerichtet hat, als nach dem Wortlaut der Hadithe. Sein Werk „Muwatta“ diente dazu, die Meinungen und die medinensische Praxis mit Hadithen zu untermauern oder von der medinensischen Praxis abweichende Aussprüche ergänzend aufzuführen, damit diese nicht in Vergessenheit gerieten.
Auch die anderen 3 Imame der 4 großen Rechtsschulen haben Hadithsammlungen angefertigt, Imam Ahmad hat ca. 30000 Hadithe in seinem Musnad zusammengefasst. Darin sind die Hadithe nicht, wie in den Musannaf nach Themen geordnet sondern nach Überlieferer. Dadurch bekommt man einen Einblick in die jeweilige Person und sieht, was diese mit dem Propheten, Salla Allahu aleihi wa Sallam, erlebt hat. Man sagt von Imam Ahmad, dass er 1 Million Hadithe auswendig konnte. Auch Imam Bukhari soll 600 000 Hadithe beherrscht haben.

Imam Bukharis Sammlung „Sahih Bukhari“ gehört zu den „kutub-as-sitta“, den sechs besonders bekannten und akzeptierten Büchern“, welche in türkischer, englischer und französischer Übersetzung vorliegen. Ins Deutsche wurden leider bisher nur Auszüge übersetzt.
Die „kutub-as-sitta“ sind:
1. Sahih al-Bukhari, al-Dschami as-sahih von Imam Bukhari (194 - 265H/810–870)
2. Sahih Muslim, al-Dschami as-sahih Imam Muslim (202 - 261H/817–875)
3. Kitab as-sunan Imam Abu Dawud (202 – 275H/817–889)
4. al-Dschami as-sahih fi s-sunan Imam Tirmidhi (209 - 279H/824–892)
5. Kitab as-sunan Ibn Maja (208-273H/824-887)
6. Kitab as-sunan Nasa’i (216-303H/830–915)
Sehr bekannt sind auch at-Tabarani,7 Ibn Hibban, Abu Ya’la, Al-Hakim,8 ad-Daraqutni, asd-Darimi, Abdur-Razzaq,9 Ibn Abi Schaiba, später natürlich die großen Imame Bayhaqi, Imam Nawawi und Imam Suyuti und viele andere.
Imam Jalaluddin as-Suyuti (849 - 911H) fasste über 10000 Hadithe alphabetisch in seinem 2- bändigen Werk „Jami’u s-Saghir“ zusammen und 56000 Hadithe in seinem Werk „Jami’ al-Kabir“. Er gehörte zu den großen Hadith- und Koranwissenschaftlern und beurteilte noch einmal die Beweislage des jeweiligen Hadithes im Kommentar, da mittlerweile zu vielen, ehemals als „schwach“ beurteilten Hadithen neue Überlieferungsketten hinzugekommen waren.



Erklärungen und Erläuterungen zu den Hadithsammlungen:
Da die oben genannten Hadithgelehrten meist nur die Aussagen und ihre Überlieferungsketten sammelten und in Themengebieten ordneten, entstanden auch wieder über die Jahrhunderte einige Abweichungen, welche auf Missverständnissen fußten.
Sprechen durften über diese Hadithe - im Gegensatz zur heute gängigen Praxis - nur Muslime mit einer entsprechenden Lehrbefähigung („Idschaza“). Diese Idschaza hatten sie von ihrem Lehrer erhalten, mit dem sie alle Missverständnisse ausgeräumt hatten und von dem sie mit dieser Idschaza für vertrauenswürdig erklärt wurden für die Weitergabe dieses Wissens.
Trotzdem gab es aber auch damals schon mutige Interpretatoren ohne Lehrer.
Daher sahen sich die späteren Hadith-Wissenschaftler gezwungen, Erklärungen und Erläuterungen („Sharh“) zu den Hadithsammlungen zu verfassen:
Zu dem Sahih Bukhari (194 - 265H) schrieb z. B. Imam Ibn Hajar al-Asqalani (773 - 852 H), einer der größten Hadithwissenschaftler eine solche, fast 10000 Seiten umfassende unter dem Titel „Fath al-Bari, sharhu Sahih al-Bukhari“.
Zu Sahih Muslim schrieb Imam Nawawi seinen berühmten Kommentar.
Der Muwatta von Imam Malik wurde u.a. von al-Zurqani, Ibn Abd al-Barr und Imam Suyuti kommentiert.
Tirmidhis Sunan wurde von AbuBakr Ibn alArabi erläutert.
Viele Sammlungen wurden von dem erwähnten Imam Suyuti erläutert.
Neben der Beschäftigung mit der Authentizität der Traditionen und ihrer Überlieferer entwickelte sich bereits relativ früh, in der Mitte des 2. muslimischen Jahrhunderts ein neuer Wissenschaftszweig: die Interpretation und Erläuterung schwieriger, nicht allgemein bekannter und nur selten benutzter Wörter in den Hadithen.
Die meistens alphabetisch angeordneten Sammlungen bezeichnete man als „ġarīb al-Hadīth“ „seltene (Begriffe) im Hadith“. In diesen Werken griffen die Autoren neben den linguistischen Erklärungen von Wörtern auch auf Zeilen in der arabischen Poesie zurück, um durch sie die Verwendung und Bedeutung solcher Begriffe zu erklären.
Die Entwicklung der Rechtsschulen:
Die Fuqahâ’, die Kenner des islamischen Rechts, stellten Werke zusammen, um den Gläubigen eine Richtschnur für die Fragen der täglichen Praxis zu geben. Sie benutzten zur Untermauerung ihrer Fatwas Hadithe und Koranverse und die Praxis (das Erbe) der Stadt, in der sie wohnten, wie z.B. im Falle von Imam Malik die Stadt Medina. Er wurde nur 93 (Mond-)Jahre nach der Hidschra, also 83 (Mond-)Jahre nach dem Tod des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, geboren und ging davon aus, dass sich die Praxis von Medina noch nahe am Beispiel des geliebten Lehrers bewegte und nicht vielen Veränderungen unterworfen worden war.
Die vier berühmtesten sind Imam Abu Hanifa, welcher von Imam Jafar as-Sadiq10 gelernt hatte, Imam Malik, welcher Imam Abu Hanifa kannte, Imam Schafi’i, der Imam Abu Hanifa als Lehrer betrachtete und Imam Ahmad ibn Hanbal, der wiederum Imam Schafi’i kannte und von diesem lernte.
Diese vier großartigen Rechtsgelehrten unterschieden sich in ihren Meinungen und Schlussfolgerungen nur in Details und respektierten sich untereinander sehr. Keinesfalls betrachteten sie ihre Meinung als die einzig richtige, sondern praktizierten bei ihren gegenseitigen Besuchen oft die Rechtsschule des Gastgebers, aus Respekt.
Meinungsunterschiede wurden als „Rahma“, als Barmherzigkeit angesehen, nach einem Ausspruch des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam.
Viele Schüler und Schülersschüler schrieben Bücher über die Aussagen und Methoden der Rechtsfindung der Rechtsschulengründer, z.B. die berühmte Mudawwana des Sahnun.
Die Mudawwana des Kairouaner Gelehrten Sahnun Ibn Sa’îd (gest. 854) galt über Jahrhunderte als Handbuch der malikitischen Rechtslehre.
Imam Qurtubi, Imam Qayrawani, Imam Ibn Abd al-Barr waren wichtige Vertreter der malikitischen Rechtsschule, und viele andere.
Imam Abu Yusuf und Imam Muhammad Schaibani, später az-Zabidi, Ali al-Qari schrieben über die hanafitische Rechtsschule,
Imam Subki, Imam Bayhaqi, Imam Suyuti, Imam Nawawi und Imam al-Ghazzali über die schafi’itische und
Imam Ibn Jauzi, Imam Kirmani und Ibn Qudama über die hanbalitische Rechtsschule und viele andere.

Tafsir

Die Auslegung des Koran, Tafsir genannt, wurde ebenfalls von Lehrer zu Schüler weitergegeben, welcher dann bei entsprechender Befähigung die Idschâza (Lehrerlaubnis) bekam. Die Schüler bekamen diese nicht wie heute nach irgendwelchen Prüfungen, oder wenn sie alles auswendig konnten, sondern wenn der Lehrer sicher war, dass der Schüler durch seinen Charakter, sein Benehmen und sein Wissen in der Lage war, dieses Wissen weiterzugeben und nichts zu verfälschen. Manche warteten ihr Leben lang auf eine solche Idschâza.
Auch hier wurden aber die Kommentare und Erläuterungen irgendwann schriftlich niedergelegt, um sie nicht zu verlieren.

Berühmte Tafsir-Werke sind:
  • Tafsir at-Tabari von Ibn Jarir at-Tabari
  • Tasir Mujâhid Makhzûmî
  • Al-Jâmi’ li-Ahkâm al-Quran Tafsir al-Qurtubi
  • Tafsir al-Qur’an al ’azîm Tafsir ibn Kathir
  • Tanwir al-Miqbas Tafsir Ibn Abbas11
  • Tafsir al-Baghawi
  • Tafsir al-Kabir von Fakhr al-Din ar-Razi
  • Tafsir al-Jalalayn von Jalaluddin al-Mahalli and Jalaluddin as-Suyuti
  • Ad-Durr al-Manthur fî tafsîr al-Ma’thûr von Imam Suyuti (wesentlich umfangreicher als Jalalayn)
  • Ruh al-Ma'ani von Mahmud al-Alusi
  • Ruh al-Bayan von Ismail Haqqi
  • Ma'ariful Qur'an von Mufti Shafi Usmani
  • Al-Kashshaf von al-Zamakhshari12
  • Al-Bahr al-madîd fî tafsîr al-Qur’ân al-majîd Tafsir Ibn Ajiba
  • Al-Latâ’ifu –l-Ischârât Tafsir Qushayri
  • Tafsir Ibn Arabi von AbuBakr Muhyi ad-Din ibn al-Arabi
  • Fath al-Qadir by Muhammad ash-Shawkani

und viele andere


Aqida:


Auch die Glaubenslehre musste irgendwann fixiert werden, denn es hatten sich Sekten entwickelt, deren Anhänger unter anderem Vorstellungen von Allah hatten, welche sich von der Sunna unterschieden.
Die berühmtesten Vertreter der Ahlu-s-Sunna waren auf diesem Gebiet:
Imam Abu l-Hassan al Asch’ari (260 - 324H) und
Imam al-Maturidi (d. 333H)
Beide unterscheiden sich nur in Details. Es folgten die meisten Gelehrten des Westens (Marokko, usw.) Imam Asch’ari in ihrer Aqida und die Gelehrten des Ostens Imam Maturidi.


Weitere Gelehrte:

Viele Gelehrte würden es verdienen, hier erwähnt worden zu sein neben den Sahabas,
angefangen von Hassan al-Basri (21-110 Medina-Basra), Mujahid (21-104 Mekka-Babylon), Imam Abu Hanifa (80-150 Kufa-Baghdad), Ja’far as-Sadiq (83-148 Medina), Sufyan ath-Thauri (97-161 Kufa), Dawud al-Ta’i (Hanafi, -160 Kufa), Al-Awza’i (88-158 Scham), Imam Malik (93-179, Medina), Abu Yusuf al-Kufi al-Baghdadi (Hanafi, 113-182 Baghdad), Ibn al-Mubarak (118-181 Turkmenistan-Irak), Imam Muhammad Shaybani (131-189 Irak-Persien), Nafisa at-Tahira (145-208 Mekka-Medina-Ägypten), Imam Schafi’i (150-204 Scham, Ägypten), Ibn Ma’in (157-233 Irak), Imam Ahmad Ibn Hanbal ash-Shaybani (164-241 Baghdad), Ibn Abi Schaiba (-235), Imam Bukhari (Schafi’i, 194-256 Usbekistan), Ibn Abi ’Abla (60-151 Palästina), Al-Qasim Ibn Sallam (Hanbali –224 Baghdad), Sahnun Ibn Sa’id (Maliki, 160-240 Qayrawan), Harith al-Muhasibi (-243), Abu Dawud (Schafi’i, 202-275 Persien-Basra), Imam Muslim (Schafi’i, 204-261 Persien), Ibn Maja (209-273 Persien), Imam Tirmidhi (209-279 Khorasan), Nasa’i (Schafi’i, 215-303 Persien), Ibn Khuzayma (Schafi’i, 223-311 Nishabur), Harb Kirmani (Hanbali, -280 Persien), Junaid al-Baghdadi (Schafi’i, -297 Baghdad), Al-Tabari (-310 Irak-Persien), Hakim Tirmidhi (Schafi’i, -320 Usbekistan), AbuBakr asch-Schibli (Maliki, 247-334 Baghdad), Imam Maturidi (Hanafi, -333 Samarqand), Abu l-Hassan al-Asch’ari (Schafi’i, 260-324 Basra-Baghdad), al-Najjad (Hanbali, -348 Irak), Imam Tabarani (260-360 Scham-Persien), Ibn Khafif (Schafi’i, 276-371, Persien), Daraqutni (Schafi’i, 306-385 Baghdad), Ibn Mujahid al-Ta’i (Maliki -368 Baghdad), Abu Layth as-Samarqandi (Hanafi, -383 Usbekistan), Abu Talib Makki (-386 Baghdad), Imam Hakim (Schafi’i, 321-405 Persien), Abu Abdurrahman Al-Sulami (Schafi’i, 325-412 Persien), Abu Nu’aim al-Isfahani (Schafi’i, 336-430 Persien), Ibn al-Baqillani (Maliki, 338-403 Basra-Baghdad), Ibn Furak (Schafi’i, -406 Nishapur), Ibn ’Adi (Schafi’i, 277-365), al-Dummal, Imam Abu l-Hassan al-Mawardi (Schafi’i, 364-448 Basra-Baghdad), Ibn Abd al-Barr (Maliki, 368-463 Andalusien), Abu l-Qasim Qushayri (Schafi’i, 376-465 Persien), Imam Bayhaqi (Schafi’i, 384-458 Persien), Abu Uthman al-Sabuni (Schafi’i, -449 Khorasan, Nishapur), Al-Khatib al-Baghdadi (Schafi’i 392-463 Arabien-Irak), Abu Ishaq Shirazi (Schafi’i, 393-476 Persien-Baghdad), Abu al-Walid al-Baji (Maliki, 403-474 Andalusien), ’Abd al-Qahir al-Baghdadi (Schafi’i, -429 Nishapur), Al-Juwayni (Schafi’i, -438 Nishapur), Imam al-Haramayn Al-Juwayni (Schafi’i, 419-478 Afghanistan-Mekka-Medina-Nishapur), Imam Sarakhsi (Hanafi, -483 Turkmenistan), Imam Baghawi (436-510), Imam Ghazzali (Schafi’i, 450-505 Persien-Kairo-Baghdad), Qadi ’Iyad (Maliki, 476-544 Ceuta, Granada, Marakkesch), Ibn Asakir (Schafi’i, 499-571 Damaskus), Ibn Jauzi (Hanbali, 508-597 Baghdad), Ibn Ruschd (Maliki, 520-595 Andalusien), Ibn Qudama (Hanbali, 541-620 Damaskus), Fakhruddin al-Razi (Schafi’i, 543-606 Persien-Afghanistan), Imam Rafi’i (Schafi’i, 557-623 Persien), Muhyi ad-Din Ibn al-Arabi (560-638 Murcia-Damaskus), al-Izz Ibn Abd as-Salam al-Sulami (Schafi’i, 577-660 Damaskus-Kairo), Ibn Salah (Schafi’i, 577-643 Kurdistan-Damaskus), Imam Nawawi (Schafi’i 631-676 Scham), Baydawi (Schafi’i, -685 Persien), Imam Dhahabi (Schafi’i, 673-748 Damaskus), Sayfuddin al-Bokharzi (585-657), Ibn Qudama al-Maqdisi (Hanbali, 651-689 Damaskus), Imam Qurtubi (Maliki 671- Cordoba-Ägypten), Imam Baydawi (-685), Ibn Ata’Allah (Maliki-Schafi’i, -709 Ägypten), Ibn Daqiq al-Eid (Schafi’i, -702 Ägypten), Imam Nasafi (Hanafi, 710 Persien), Taqi ad-Din as-Subki (Schafi’i, 683-756 Ägypten), Ibn Juzayy (Maliki, 693-741 Granada), Ibn Kathir (Schafi’i, 701-774 Damaskus), Shah Baha’uddin Naqshband (717-791 Usbekistan), Kirmani (717-786 Persien-Mekka-Baghdad), Siraj ad-Din al-Bulqini (Schafi’i 724-805 Ägypten), Taj ad-Din as-Subki (Schafi’i, 728-771 Ägypten), Imam al-Haythami (Schafi’i, 735-807 Ägypten), Ibn Rajab al-Hanbali (Hanbali, 736-795 Baghdad-Damaskus), Imam Zarkashi (Schafi’i, 745-794), Jalal Bulqini (Schafi’i, 763-824 Ägypten), Ibn Hajar ’Asqalani (Schafi’i, 773-852 Ägypten), Kamal Ibn al-Humam (Hanafi 790-861 Ägypten), Zakariyya Ansari (Schafi’i, 823-926 Ägypten), Imam Suyuti (Schafi’i, 849-911 Ägypten), Ibn an-Najjar (Hanbali, 898-972 Ägypten), Ibn Hajar Haytami (Schafi’i, 909-974 Ägypten-Mekka), Muhammad Shirbini Khatib (Schafi’i, -977 Kairo), Abd al-Wahhab asch-Scha’rani (Schafi’i, 898-973 Ägypten), As-Sakhawi, Mullah Ali al-Qari (Hanafi –1014 Afghanistan-Mekka), Imam Rabbani Ahmad al-Faruqi as-Sirhindi (Hanafi, 971-1034 Indien), Muhammad Ibn Allan Bakri (Schafi’i, 996-1057 Mekka), Abdalghani al-Nabulsi (Hanafi, 1050-1143 Damaskus), Ibn Ajiba (Maliki, 1160-1224 Marokko), Uthman Dan Fodio (Maliki, 1168-1232 Nigeria), Imam Schaukani (1173-1255 Yemen), Imam Khalid al-Baghdadi (1193-1242 Scham), Shaykh al-Azhar Bajuri (Schafi’i, 1198-1288 Ägypten), Ibn Abidin (Hanafi 1198-1252 Damaskus), Al-Hajj Omar Tall (Maliki 1208-1280 Senegal), Abdalqadir al-Jaza’ri (Maliki, 1222-1300 Algerien-Damaskus), Shaykh Yusuf Nabahani (Schafi’i, 1265-1350 Palästina), Badruddin al-Hassani (Hanafi, 1267-1354 Damaskus), Muhammad Bukhit al-Muti’i (Hanafi 1271-1354 Ägypten), Imam Reza Ahmad Khan (Hanafi, 1272-1340 Indien), Muhammad Makhluf (Maliki, 1288-1355 Ägypten), Shaykh Ahmed al-Alawi (Maliki, 1291-1353 Algerien), Shaykh Muhammad Hashimi (Maliki, 1298-1381 Algerien-Damaskus), Abdurrahman al-Jaziri (1299-1360 Ägypten), Imam al-Kauthari (Hanafi, 1296-1371 Scham-Kairo).

Und es wurden noch lange nicht alle wichtigen erwähnt.



Genaueres über diese großen Gelehrten kann man in den Biographiesammlungen und Geschichtswerken wie Ibn Hajars „al-durar al-kamina“, Ibn Kathirs „al-bidaya wa n-nihaya“, Dhahabis „siyar a’lam an-nubalâ“, „tarikh al-islam“ und „tadhkirat al-huffaz“, Abu Nu’ayms „hilyat al-awliya“, in den Tabaqats, wie Scha’ranis „tabaqat al-kubra“, Suyutis „tabaqat al-huffaz“ und „tabaqat al-mufassirin“, den rechtsschulenspezifischen Tabaqats wie Ibn as-Subkis „tabaqat asch-schafi’iyya l-kubra“, Ibn Abi Ya’las „tabaqat al-hanâbila“, oder in den ortsbezogenen Geschichtswerken wie z.B. in Khatib al-Baghdadis „Tarikh Baghdad“ oder Ibn Asakirs „Tarikh Dimâschq“ nachlesen.

Es werden viele konkrete Situationen geschildert und man bekommt einen guten Einblick in die Weisheit und Reinheit dieser Scheikhs, wie sie heute nur noch sehr selten zu finden ist.





Fazit:

Um den heiligen Koran und die Sunna des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, zu verstehen und darüber zu sprechen, ist ein enormes Wissen erforderlich.
Das, was heute in den Moscheen unter „Koran und Sunna“ verstanden wird, hat fast nichts mit Koran und Sunna zu tun.
Man sollte nicht 1400 Jahre Wissenschaftsgeschichte, Kommentare und Erläuterungen von frommen Personen über Bord werfen und glauben, man sei in der Lage, diese Quellen selbst zu interpretieren.





1 Das Hadith ist in der Sammlung von al-Hâkim, in seinem Buch al-Mustadrak, wird aber von vielen anderen auch überliefert, manchmal mit leicht verändertem Wortlaut.
2 Oftmals taten sie dies, um ihre Argumentation zu stützen. Nicht selten werden in Neuausgaben oder „korrigierten“ Versionen („Tashîh“) Hadithe weggelassen, welche der eigenen Meinung widersprechen. Manche schrecken noch nicht einmal davor zurück, alte Bücher ohne Hinweis korrigiert (verfälscht) zu publizieren, wenn darin vertretene Standpunkte der eigenen Meinung widersprechen, wie z.B. Imam Nawawis „Adhkar“.
3 http://www.ahlu-sunnah.de/main/fiqh/143-die-ahadith-sind-der-rechtswissenschaft-untergeordnet
4 Zur Überprüfung der Überlieferungsketten hat sich später ein Wissenschaftszweig entwickelt, dessen Quellen die Biographien der Überlieferer sind „kutub ar-ridschal“, „Bücher über die Traditionarier“ in denen sowohl der Lebenslauf der angegebenen Personen, ihre Kontakte zu anderen Gelehrten als auch die hadith-kritischen Prädikate, die man mit ihren Namen jeweils verbunden hat, Erwähnung finden. Es war stets wichtig, auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis des Überlieferers hinzuweisen, um die Kriterien seiner Zuverlässigkeit als Überlieferer nach seinen älteren Quellen - nach seinen Lehrern und schriftlichen Aufzeichnungen in seinem Besitz - überprüfen zu können. Unter diesen umfassenden Gelehrtenbiographien sind die Werke von al-Maqdisi, al-Mizzi, adh-Dhahabi und Ibn Hajar Asqalani die wichtigsten. Die Lokalhistoriker wiederum haben es verstanden, in ihren Werken zur Stadtgeschichte auch die Biographien derjenigen Traditionarier zu berücksichtigen und gemäß den Kriterien der Hadithkritik vorzustellen, die in der betreffenden Stadt oder Region gelebt und gewirkt haben. Die Werke von Ibn Asakir für die Stadtgeschichte von Damaskus und von al-Khatib al-Baghdadi für Bagdad sind in diesem Sinne konzipiert.
5 „’amal“ genannt
6 „ra’y“,
7 Tabarani hat drei Sammlungen („mu’jam“) angefertigt, eine große („al-kabîr“), eine mittlere („al-awsat“) und eine kleine („as-saghîr“).
8 Al-Hakims „Mustadrak ’alâ Sahihain“ ist eine Ergänzung der beiden Sahih-Werke (Muslim und Bukhari)
9 Abdurrazzaqs Sammlung ist eine der frühesten erhaltenen umfangreichen Sammlung mit dementsprechend kurzen Überlieferungsketten
10 Imam Abu Hanifa verfügte bereits über ein immenses Wissen, als er Imam Jafar as-Sadiq traf, sagte aber dann nach der Lehrzeit bei diesem: „Ohne die zwei Jahre wäre ich verloren gewesen.“ Er meinte die Lehrjahre bei ihm. Imam Ja’far hatte ihm wesentlich mehr als nur Fiqh beigebracht.
11Ibn Abbas war der berühmte Prophetengefährte, welcher über den Koran sprechen durfte. Allerdings ist umstritten, ob es sich bei diesem Tanwir al-Miqbas wirklich um dessen Tafsir handelt.
12 Zamakhshari wird der Mu’tazila-Sekte zugerechnet, einer sehr rationalistischen Betrachtungsweise, welche zur Zeit der Abbasiden teilweise staatstragend war und die z.B. Imam Ahmad ins Gefängnis gebracht hat, da dieser die Lehren der Ahl as-Sunna verteidigt hat und nicht von seinen Standpunkten abgerückt ist.
Der Tafsir Zamakhshari wird trotzdem gelesen, da in diesem viele grammatikalische Dinge erklärt werden, die Aqida sollte man übergehen.