Donnerstag, 1. November 2012

Nur Koran und Sunna



bismillahirrahmanirrahim

(Husamuddin Meyer)

„Nur Koran und Sunna“


In den Moscheen in Deutschland hört man aktuell sehr häufig den Ausspruch „Wir folgen nur Koran und Sunna“, welcher sich auf ein Hadith des Propheten Muhammad, SallAllahu aleihi wa sallam, bezieht, in dem er laut Abu Hurayra, radiyAllahu ’anhu, sagte: „Ich hinterlasse euch zwei wichtige Dinge. Haltet an ihnen fest und ihr werdet nach mir nicht irregehen: Das Buch Allahs und meine Sunnah.“1
Sie wollen damit sagen, dass sie nur die Originalquellen akzeptieren und damit dem richtigen Islam folgen.
Die meisten allerdings, die dieses Hadith zitieren, verstehen nicht seine Bedeutung, denn sie verstehen darunter: „so wie ich den Koran verstehe, bzw. so wie ich die Hadithe verstehe“. Anstatt Sunna als die Lebensweise des Propheten anzusehen, betrachten sie nur die Hadithe an sich und verstehen selten den Zusammenhang und die Bedeutung ihres Inhaltes.
Auch Koranverse werden heute selbständig interpretiert und umgesetzt, obwohl schon der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, eindringlich davor warnte.
Sicherlich kennen auch Usama Ben Laden, Sawahiri, Kashmiri und andere das erwähnte Hadith und „wenden es an“. Auch sie denken vermutlich, sie handeln islamisch, nach den Originalquellen.
Zur Zeit des Propheten, aleihi s-salatu wa salam, und danach hingegen hatten nur wenige Sahabas überhaupt die Erlaubnis, über den Koran zu sprechen. Einer von den wenigen war Ibn Abbas, radiyAllahu ’anhum ajma’în.
Unter „Sunna“ verstehen die meisten Muslime heutzutage „Hadithe“, in denen ja auch tatsächlich Aussagen, Taten des und Berichte über den Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, niedergeschrieben wurden.
Allerdings waren sich zu allen Zeiten die Gelehrten darüber einig, dass es sehr umfangreicher Kenntnisse bedarf, um die Hadithe zu verstehen, einordnen zu können, beziehungsweise in die Praxis umsetzen zu können. Wichtig für ein Hadith ist zum Beispiel der Zusammenhang: Wer war der oder wer waren die Zuhörer? In welchem Zusammenhang hat er, SallAllahu aleihi wa sallam, es gesagt? Was hat er gesagt und was hat er damit gemeint? Was bedeuten seine Worte? Bedeuten die Worte in der heute üblichen arabischen Sprache noch dasselbe wie damals?

Hinzu kommt, dass es beinahe zu jedem Ausspruch des Propheten einen anderen Ausspruch gibt, welcher dem ersten zu widersprechen scheint.
In einem solchen Fall wird nun von den heutigen Muslimen meist der eigene Verstand als Maßstab genommen, welcher der Hadithe nun wahrscheinlicher ist, oder es wird auf die Kategorisierungen „da’îf, sahîh“ einiger moderner „Wissenschaftler“ zurückgegriffen, welche häufig auch nur nach ihrem Verstand und oft ohne richtige Ausbildung diese Einteilungen vornahmen.2
Schon Sufyan ibn ’Uyayna (-198 Hijra), der große Hadithgelehrte, sagte: „al-hadith madilla illâ li-l-’ulamâ“, „Hadithe sind Fallgruben, außer für Ulama“.
Das bedeutet: Nur ein ’Âlim kann die Hadithe richtig verstehen und interpretieren, vor allem daraus Rückschlüsse auf das islamische Recht ziehen. „Jedes Hadith hat sein Fiqh“.
Imam Schafii sagte: „Ihr [Die Gelehrten des Hadith] seid die Apotheker, aber wir [die Juristen] sind die Ärzte.“3 
Genauso wie die Einnahme irgendeines Medikamentes schädlich oder tödlich sein kann und man das richtige Medikament in seiner passenden Dosis verschrieben und vom Arzt verabreicht bekommen muss, verhält es sich auch mit den Hadithen.
Die Fuqaha (die Fiqh-Gelehrten), die Spezialisten auf dem Gebiet des islamischen Rechts, haben mit unglaublich umfassenden Kenntnissen über alle Zusammenhänge das islamische Recht kodifiziert, dabei alle diesbezüglichen Hadithe bewertet und als Beweis oder zur Bestätigung ihres Urteils benutzt oder übergangen.

Daher ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, wenn man einer der vier Rechtsschulen (Maliki, Hanafi, Schafi’i oder Hanbali) folgt, denn diese Gelehrten hatten sich lange genug mit den Themen auseinandergesetzt und ihre Schluss-folgerungen gezogen. Ihr Wissen wurde zum Teil schriftlich niedergelegt und an ihre Schüler weitergegeben.
Die vier Rechtsschulen unterscheiden sich nur in Details und die vier Gründer Imam Malik, Imam Abu Hanifa, Imam Schafi’i und Imam Ahmad ibn Hanbal pflegten großen Respekt voreinander und betrachteten keinesfalls ihre Rechtsschule als die einzig richtige.
Die Hadithgelehrten hatten eine andere Aufgabe. Sie sammelten kursierende Hadithe und bewerteten ihre Zuverlässigkeit, um erfundene kursierende auszusortieren. Die Hadithe wurden nur dann in die Sammlungen aufgenommen, wenn man daran glaubte, dass der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, das darin Zitierte gesagt hat. Dennoch wurden sie nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Authentizität eingestuft. Nur Hadithen mit einer zweifelsfreien Überlieferungskette aus absolut zuverlässigen, frommen und unbescholtenen Überlieferern wurde das Siegel „Sahih“ gegeben, das heißt, an dieser Überlieferung besteht kein Zweifel. Weniger sicheren Hadithen wurde die Bezeichnung „Hassan“ gegeben und alle anderen als „Da’îf“ „schwach“ gekennzeichnet.
Als „da’îf“ wurde ein Hadith zum Beispiel dann bezeichnet, wenn die Überlieferungskette nicht nur aus absolut vertrauenswürdigen Gläubigen bestand.
Nur weil ein Glied der Überlieferungskette fehlte oder nicht als absolut vertrauenswürdig angesehen wurde, heißt das aber noch lange nicht, dass der Prophet, SallAllahu aleihi wa sallam, diese Worte nicht gesagt hat, lediglich der „Beweis“ ist schwach. Es kann zum Beispiel sein, dass sich einer der Tabi’in, der viele Sahabas kannte, nicht mehr daran erinnern konnte, welcher Sahaba ihm denn nun die Worte weitergegeben hatte, er selbst sich aber sicher war, dass es ein zuverlässiger Sahaba war.
Die Hadithe deswegen abzulehnen und alles, was nur durch da’if – Hadithe belegt ist, nicht mehr zu tun, ist in höchstem Maße gefährlich, führt zu extremen Missverständnissen und hat mittlerweile in Deutschland eine enorme Fitna hervorgerufen.
Manche gehen heute so weit, dass sie alles als „Bid’a“ „Neuerung“ ablehnen, was nicht durch „Sahih“- Hadithe belegt ist. Und wieder andere akzeptieren sogar nur Hadithe aus Sahih-Bukhari, was zu einem extrem limitierten Religionsverständnis führt, denn Imam Bukhari hat nur etwa 7500 Hadithe in sein Werk aufgenommen, von denen einige mehrmals erwähnt werden, so dass nur etwa 4000 unterschiedliche Aussprüche darin zu finden sind.

Gehen wir zurück zu den Quellen:
Der Koran wurde dem Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, vom Erzengel Gabriel, aleihi s-salam, offenbart und von Propheten, aleihi s-salatu wa s-salam, mündlich an die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, weitergegeben.
Gleichzeitig wurde er vom Propheten in die Praxis umgesetzt, er war der „lebendige Koran“, wie Sayyidatina Aischa, radiyAllahu ’anha, später sagte.
Allah, Jalla Jalaluhu, hat den Koran nicht für alle zugänglich in den Himmel geschrieben und auch nicht als Buch „hinabgeworfen“, sondern von Sayyiduna Gibril, aleihi s-salam, in das Herz von Sayyidina Rasulullah, SallAllahu aleihi wa sallam, überbringen lassen: „fa-innahu nazzalahu ’ala qalbika bi-idhni-Llah“ (2:97)

Die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, – so sagt man – lernten erst dann einen weiteren Vers auswendig, wenn sie es geschafft hatten, den bereits gelernten in die Praxis umzusetzen. Schon beim allerersten Vers des Koran „bismillahirrahmanirrahim“ dürfte das den meisten Muslimen heutzutage schwer fallen, denn Barmherzigkeit ist fast ein Fremdwort geworden.
Handlungen, welche in Barmherzigkeit gehüllt sind, sind selten geworden, obwohl jeder Muslim alle seine Taten in diesem Namen ausführen sollte, wie es in einem Hadith heißt, sonst sind diese Taten verflucht.

Sayyiduna Muhammad, SallAllahu aleihi wa sallam, gab sein Wissen an die Sahabas, radiyAllahu ’anhum ajma’în, weiter, welche – so der Prophet - wie Sterne wurden („ashâbî ka-nujûm...“), wer ihnen folgt, ist rechtgeleitet.
Sein besonderer Schüler aber war Sayyiduna AbuBakr, radiyAllahu ’anhu, in dessen Herz er all das Wissen seines Herzens weiter geben konnte, wie es in einem Hadith heißt (Suyuti): „Alles Wissen, welches Allah, Jalla Jalaluhu, in mein Herz gegeben hat, habe ich in das Herz von AbuBakr geschüttet.“
Es verging kein Tag, an dem sie sich nicht mehrmals sahen, und Sayyiduna AbuBakrs Hingabe, radiyAllahu ’anhu, und sein Iman waren schon lange vor der Auswanderung nach Medina berühmt geworden.
Nach dem Tod des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, wurde folglich Sayyiduna AbuBakr, radiyAllahu ’anhu, als der bestmögliche Nachfolger angesehen.
Dieser gab sein Wissen auch wieder an viele weiter, unter anderem an Salman al-Farsi, welcher es an den Enkel von Sayyiduna AbuBakr weiter gab, der es dann an Sayyiduna Ja’far as-Sadiq, radiyAllahu ’anhum ajma’în, übermittelte.
Diese Kette der Weitergabe von Wissen (Silsila) ist nur ein Beispiel, es gibt viele andere. Das Wichtige bei diesen Ketten ist, dass das Wissen von Mensch zu Mensch, um nicht zu sagen von Herz zu Herz weitergegeben wird. Diese Menschen haben miteinander gelebt, Jahre miteinander verbracht, die vorhandene Barmherzigkeit gefühlt, täglich die unterschiedlichsten Situationen zusammen erlebt.
Man irrt sich gewaltig, wenn man glaubt, dass man das durch ein Studium der Bücher ersetzen kann.

Da sich der Islam aber immer mehr ausbreitete, hielt man es für nötig – ähnlich wie beim Koran – die Worte des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, in ihrem Wortlaut unabänderlich zu fixieren, um sie für immer zu bewahren und darauf zurückgreifen zu können. Den Auftrag dazu gab der in Damaskus residierende Kalif Omar Ibn ’Abd al-’Aziz, radiyAllahu ’anhu.
Es wurden zunächst die im Umlauf befindlichen Aussagen des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, und Erlebnisse mit dem Propheten der in Damaskus, Mekka, Medina und Basra lebenden Menschen gesammelt.
Spätere Sammler unternahmen weite Reisen, um fromme und beispielhafte Muslime zu treffen, welche sich vor einer Lüge hüteten und ein gutes Gedächtnis besaßen. Es wurden nur tadellose Gewährsmänner akzeptiert, andere wurden gar nicht erst angehört.4
Der erste Sammler größeren Umfangs war wohl – so sagen uns die Quellen – Imam Ibn Schihab az-Zuhrî (58-124n.H.), es folgten Al-Hazm, Ibn Jurayi (150n.H.) und Ibn Ishaq (151 n.H.) in Mekka, Sa’îd Ibn Abî ’Arûba (156) Ar-Rabî’ Ibn Sabîh (160) und Imam Malik (179) in Medina, Ma’mar (154) im Jemen, Sufyan ath-Thauri (161) in Kufa, andere in Basra, Scham, Chorasan und Ägypten.
Am bekanntesten dieser ersten Sammler wurde Imam Malik Ibn Anas (93 - 179H), der in Medina lebte und noch zahlreiche Sahabas traf. Er lernte z.B. von dem Sahaba Sahl Ibn Sa’d, radiyAllahu ’anhu, und von Imam Ja’far as-Sadiq, qaddasAllahu sirrahu. Sein Werk heißt „Muwatta“.
Gerade Imam Malik ist bekannt dafür, dass er sich mehr nach der medinensischen Praxis5“ und der „Meinung“6 der Leute von Medina, welche Leute gesehen haben, die den Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, gesehen haben, gerichtet hat, als nach dem Wortlaut der Hadithe. Sein Werk „Muwatta“ diente dazu, die Meinungen und die medinensische Praxis mit Hadithen zu untermauern oder von der medinensischen Praxis abweichende Aussprüche ergänzend aufzuführen, damit diese nicht in Vergessenheit gerieten.
Auch die anderen 3 Imame der 4 großen Rechtsschulen haben Hadithsammlungen angefertigt, Imam Ahmad hat ca. 30000 Hadithe in seinem Musnad zusammengefasst. Darin sind die Hadithe nicht, wie in den Musannaf nach Themen geordnet sondern nach Überlieferer. Dadurch bekommt man einen Einblick in die jeweilige Person und sieht, was diese mit dem Propheten, Salla Allahu aleihi wa Sallam, erlebt hat. Man sagt von Imam Ahmad, dass er 1 Million Hadithe auswendig konnte. Auch Imam Bukhari soll 600 000 Hadithe beherrscht haben.

Imam Bukharis Sammlung „Sahih Bukhari“ gehört zu den „kutub-as-sitta“, den sechs besonders bekannten und akzeptierten Büchern“, welche in türkischer, englischer und französischer Übersetzung vorliegen. Ins Deutsche wurden leider bisher nur Auszüge übersetzt.
Die „kutub-as-sitta“ sind:
1. Sahih al-Bukhari, al-Dschami as-sahih von Imam Bukhari (194 - 265H/810–870)
2. Sahih Muslim, al-Dschami as-sahih Imam Muslim (202 - 261H/817–875)
3. Kitab as-sunan Imam Abu Dawud (202 – 275H/817–889)
4. al-Dschami as-sahih fi s-sunan Imam Tirmidhi (209 - 279H/824–892)
5. Kitab as-sunan Ibn Maja (208-273H/824-887)
6. Kitab as-sunan Nasa’i (216-303H/830–915)
Sehr bekannt sind auch at-Tabarani,7 Ibn Hibban, Abu Ya’la, Al-Hakim,8 ad-Daraqutni, asd-Darimi, Abdur-Razzaq,9 Ibn Abi Schaiba, später natürlich die großen Imame Bayhaqi, Imam Nawawi und Imam Suyuti und viele andere.
Imam Jalaluddin as-Suyuti (849 - 911H) fasste über 10000 Hadithe alphabetisch in seinem 2- bändigen Werk „Jami’u s-Saghir“ zusammen und 56000 Hadithe in seinem Werk „Jami’ al-Kabir“. Er gehörte zu den großen Hadith- und Koranwissenschaftlern und beurteilte noch einmal die Beweislage des jeweiligen Hadithes im Kommentar, da mittlerweile zu vielen, ehemals als „schwach“ beurteilten Hadithen neue Überlieferungsketten hinzugekommen waren.



Erklärungen und Erläuterungen zu den Hadithsammlungen:
Da die oben genannten Hadithgelehrten meist nur die Aussagen und ihre Überlieferungsketten sammelten und in Themengebieten ordneten, entstanden auch wieder über die Jahrhunderte einige Abweichungen, welche auf Missverständnissen fußten.
Sprechen durften über diese Hadithe - im Gegensatz zur heute gängigen Praxis - nur Muslime mit einer entsprechenden Lehrbefähigung („Idschaza“). Diese Idschaza hatten sie von ihrem Lehrer erhalten, mit dem sie alle Missverständnisse ausgeräumt hatten und von dem sie mit dieser Idschaza für vertrauenswürdig erklärt wurden für die Weitergabe dieses Wissens.
Trotzdem gab es aber auch damals schon mutige Interpretatoren ohne Lehrer.
Daher sahen sich die späteren Hadith-Wissenschaftler gezwungen, Erklärungen und Erläuterungen („Sharh“) zu den Hadithsammlungen zu verfassen:
Zu dem Sahih Bukhari (194 - 265H) schrieb z. B. Imam Ibn Hajar al-Asqalani (773 - 852 H), einer der größten Hadithwissenschaftler eine solche, fast 10000 Seiten umfassende unter dem Titel „Fath al-Bari, sharhu Sahih al-Bukhari“.
Zu Sahih Muslim schrieb Imam Nawawi seinen berühmten Kommentar.
Der Muwatta von Imam Malik wurde u.a. von al-Zurqani, Ibn Abd al-Barr und Imam Suyuti kommentiert.
Tirmidhis Sunan wurde von AbuBakr Ibn alArabi erläutert.
Viele Sammlungen wurden von dem erwähnten Imam Suyuti erläutert.
Neben der Beschäftigung mit der Authentizität der Traditionen und ihrer Überlieferer entwickelte sich bereits relativ früh, in der Mitte des 2. muslimischen Jahrhunderts ein neuer Wissenschaftszweig: die Interpretation und Erläuterung schwieriger, nicht allgemein bekannter und nur selten benutzter Wörter in den Hadithen.
Die meistens alphabetisch angeordneten Sammlungen bezeichnete man als „ġarīb al-Hadīth“ „seltene (Begriffe) im Hadith“. In diesen Werken griffen die Autoren neben den linguistischen Erklärungen von Wörtern auch auf Zeilen in der arabischen Poesie zurück, um durch sie die Verwendung und Bedeutung solcher Begriffe zu erklären.
Die Entwicklung der Rechtsschulen:
Die Fuqahâ’, die Kenner des islamischen Rechts, stellten Werke zusammen, um den Gläubigen eine Richtschnur für die Fragen der täglichen Praxis zu geben. Sie benutzten zur Untermauerung ihrer Fatwas Hadithe und Koranverse und die Praxis (das Erbe) der Stadt, in der sie wohnten, wie z.B. im Falle von Imam Malik die Stadt Medina. Er wurde nur 93 (Mond-)Jahre nach der Hidschra, also 83 (Mond-)Jahre nach dem Tod des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, geboren und ging davon aus, dass sich die Praxis von Medina noch nahe am Beispiel des geliebten Lehrers bewegte und nicht vielen Veränderungen unterworfen worden war.
Die vier berühmtesten sind Imam Abu Hanifa, welcher von Imam Jafar as-Sadiq10 gelernt hatte, Imam Malik, welcher Imam Abu Hanifa kannte, Imam Schafi’i, der Imam Abu Hanifa als Lehrer betrachtete und Imam Ahmad ibn Hanbal, der wiederum Imam Schafi’i kannte und von diesem lernte.
Diese vier großartigen Rechtsgelehrten unterschieden sich in ihren Meinungen und Schlussfolgerungen nur in Details und respektierten sich untereinander sehr. Keinesfalls betrachteten sie ihre Meinung als die einzig richtige, sondern praktizierten bei ihren gegenseitigen Besuchen oft die Rechtsschule des Gastgebers, aus Respekt.
Meinungsunterschiede wurden als „Rahma“, als Barmherzigkeit angesehen, nach einem Ausspruch des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam.
Viele Schüler und Schülersschüler schrieben Bücher über die Aussagen und Methoden der Rechtsfindung der Rechtsschulengründer, z.B. die berühmte Mudawwana des Sahnun.
Die Mudawwana des Kairouaner Gelehrten Sahnun Ibn Sa’îd (gest. 854) galt über Jahrhunderte als Handbuch der malikitischen Rechtslehre.
Imam Qurtubi, Imam Qayrawani, Imam Ibn Abd al-Barr waren wichtige Vertreter der malikitischen Rechtsschule, und viele andere.
Imam Abu Yusuf und Imam Muhammad Schaibani, später az-Zabidi, Ali al-Qari schrieben über die hanafitische Rechtsschule,
Imam Subki, Imam Bayhaqi, Imam Suyuti, Imam Nawawi und Imam al-Ghazzali über die schafi’itische und
Imam Ibn Jauzi, Imam Kirmani und Ibn Qudama über die hanbalitische Rechtsschule und viele andere.

Tafsir

Die Auslegung des Koran, Tafsir genannt, wurde ebenfalls von Lehrer zu Schüler weitergegeben, welcher dann bei entsprechender Befähigung die Idschâza (Lehrerlaubnis) bekam. Die Schüler bekamen diese nicht wie heute nach irgendwelchen Prüfungen, oder wenn sie alles auswendig konnten, sondern wenn der Lehrer sicher war, dass der Schüler durch seinen Charakter, sein Benehmen und sein Wissen in der Lage war, dieses Wissen weiterzugeben und nichts zu verfälschen. Manche warteten ihr Leben lang auf eine solche Idschâza.
Auch hier wurden aber die Kommentare und Erläuterungen irgendwann schriftlich niedergelegt, um sie nicht zu verlieren.

Berühmte Tafsir-Werke sind:
  • Tafsir at-Tabari von Ibn Jarir at-Tabari
  • Tasir Mujâhid Makhzûmî
  • Al-Jâmi’ li-Ahkâm al-Quran Tafsir al-Qurtubi
  • Tafsir al-Qur’an al ’azîm Tafsir ibn Kathir
  • Tanwir al-Miqbas Tafsir Ibn Abbas11
  • Tafsir al-Baghawi
  • Tafsir al-Kabir von Fakhr al-Din ar-Razi
  • Tafsir al-Jalalayn von Jalaluddin al-Mahalli and Jalaluddin as-Suyuti
  • Ad-Durr al-Manthur fî tafsîr al-Ma’thûr von Imam Suyuti (wesentlich umfangreicher als Jalalayn)
  • Ruh al-Ma'ani von Mahmud al-Alusi
  • Ruh al-Bayan von Ismail Haqqi
  • Ma'ariful Qur'an von Mufti Shafi Usmani
  • Al-Kashshaf von al-Zamakhshari12
  • Al-Bahr al-madîd fî tafsîr al-Qur’ân al-majîd Tafsir Ibn Ajiba
  • Al-Latâ’ifu –l-Ischârât Tafsir Qushayri
  • Tafsir Ibn Arabi von AbuBakr Muhyi ad-Din ibn al-Arabi
  • Fath al-Qadir by Muhammad ash-Shawkani

und viele andere


Aqida:


Auch die Glaubenslehre musste irgendwann fixiert werden, denn es hatten sich Sekten entwickelt, deren Anhänger unter anderem Vorstellungen von Allah hatten, welche sich von der Sunna unterschieden.
Die berühmtesten Vertreter der Ahlu-s-Sunna waren auf diesem Gebiet:
Imam Abu l-Hassan al Asch’ari (260 - 324H) und
Imam al-Maturidi (d. 333H)
Beide unterscheiden sich nur in Details. Es folgten die meisten Gelehrten des Westens (Marokko, usw.) Imam Asch’ari in ihrer Aqida und die Gelehrten des Ostens Imam Maturidi.


Weitere Gelehrte:

Viele Gelehrte würden es verdienen, hier erwähnt worden zu sein neben den Sahabas,
angefangen von Hassan al-Basri (21-110 Medina-Basra), Mujahid (21-104 Mekka-Babylon), Imam Abu Hanifa (80-150 Kufa-Baghdad), Ja’far as-Sadiq (83-148 Medina), Sufyan ath-Thauri (97-161 Kufa), Dawud al-Ta’i (Hanafi, -160 Kufa), Al-Awza’i (88-158 Scham), Imam Malik (93-179, Medina), Abu Yusuf al-Kufi al-Baghdadi (Hanafi, 113-182 Baghdad), Ibn al-Mubarak (118-181 Turkmenistan-Irak), Imam Muhammad Shaybani (131-189 Irak-Persien), Nafisa at-Tahira (145-208 Mekka-Medina-Ägypten), Imam Schafi’i (150-204 Scham, Ägypten), Ibn Ma’in (157-233 Irak), Imam Ahmad Ibn Hanbal ash-Shaybani (164-241 Baghdad), Ibn Abi Schaiba (-235), Imam Bukhari (Schafi’i, 194-256 Usbekistan), Ibn Abi ’Abla (60-151 Palästina), Al-Qasim Ibn Sallam (Hanbali –224 Baghdad), Sahnun Ibn Sa’id (Maliki, 160-240 Qayrawan), Harith al-Muhasibi (-243), Abu Dawud (Schafi’i, 202-275 Persien-Basra), Imam Muslim (Schafi’i, 204-261 Persien), Ibn Maja (209-273 Persien), Imam Tirmidhi (209-279 Khorasan), Nasa’i (Schafi’i, 215-303 Persien), Ibn Khuzayma (Schafi’i, 223-311 Nishabur), Harb Kirmani (Hanbali, -280 Persien), Junaid al-Baghdadi (Schafi’i, -297 Baghdad), Al-Tabari (-310 Irak-Persien), Hakim Tirmidhi (Schafi’i, -320 Usbekistan), AbuBakr asch-Schibli (Maliki, 247-334 Baghdad), Imam Maturidi (Hanafi, -333 Samarqand), Abu l-Hassan al-Asch’ari (Schafi’i, 260-324 Basra-Baghdad), al-Najjad (Hanbali, -348 Irak), Imam Tabarani (260-360 Scham-Persien), Ibn Khafif (Schafi’i, 276-371, Persien), Daraqutni (Schafi’i, 306-385 Baghdad), Ibn Mujahid al-Ta’i (Maliki -368 Baghdad), Abu Layth as-Samarqandi (Hanafi, -383 Usbekistan), Abu Talib Makki (-386 Baghdad), Imam Hakim (Schafi’i, 321-405 Persien), Abu Abdurrahman Al-Sulami (Schafi’i, 325-412 Persien), Abu Nu’aim al-Isfahani (Schafi’i, 336-430 Persien), Ibn al-Baqillani (Maliki, 338-403 Basra-Baghdad), Ibn Furak (Schafi’i, -406 Nishapur), Ibn ’Adi (Schafi’i, 277-365), al-Dummal, Imam Abu l-Hassan al-Mawardi (Schafi’i, 364-448 Basra-Baghdad), Ibn Abd al-Barr (Maliki, 368-463 Andalusien), Abu l-Qasim Qushayri (Schafi’i, 376-465 Persien), Imam Bayhaqi (Schafi’i, 384-458 Persien), Abu Uthman al-Sabuni (Schafi’i, -449 Khorasan, Nishapur), Al-Khatib al-Baghdadi (Schafi’i 392-463 Arabien-Irak), Abu Ishaq Shirazi (Schafi’i, 393-476 Persien-Baghdad), Abu al-Walid al-Baji (Maliki, 403-474 Andalusien), ’Abd al-Qahir al-Baghdadi (Schafi’i, -429 Nishapur), Al-Juwayni (Schafi’i, -438 Nishapur), Imam al-Haramayn Al-Juwayni (Schafi’i, 419-478 Afghanistan-Mekka-Medina-Nishapur), Imam Sarakhsi (Hanafi, -483 Turkmenistan), Imam Baghawi (436-510), Imam Ghazzali (Schafi’i, 450-505 Persien-Kairo-Baghdad), Qadi ’Iyad (Maliki, 476-544 Ceuta, Granada, Marakkesch), Ibn Asakir (Schafi’i, 499-571 Damaskus), Ibn Jauzi (Hanbali, 508-597 Baghdad), Ibn Ruschd (Maliki, 520-595 Andalusien), Ibn Qudama (Hanbali, 541-620 Damaskus), Fakhruddin al-Razi (Schafi’i, 543-606 Persien-Afghanistan), Imam Rafi’i (Schafi’i, 557-623 Persien), Muhyi ad-Din Ibn al-Arabi (560-638 Murcia-Damaskus), al-Izz Ibn Abd as-Salam al-Sulami (Schafi’i, 577-660 Damaskus-Kairo), Ibn Salah (Schafi’i, 577-643 Kurdistan-Damaskus), Imam Nawawi (Schafi’i 631-676 Scham), Baydawi (Schafi’i, -685 Persien), Imam Dhahabi (Schafi’i, 673-748 Damaskus), Sayfuddin al-Bokharzi (585-657), Ibn Qudama al-Maqdisi (Hanbali, 651-689 Damaskus), Imam Qurtubi (Maliki 671- Cordoba-Ägypten), Imam Baydawi (-685), Ibn Ata’Allah (Maliki-Schafi’i, -709 Ägypten), Ibn Daqiq al-Eid (Schafi’i, -702 Ägypten), Imam Nasafi (Hanafi, 710 Persien), Taqi ad-Din as-Subki (Schafi’i, 683-756 Ägypten), Ibn Juzayy (Maliki, 693-741 Granada), Ibn Kathir (Schafi’i, 701-774 Damaskus), Shah Baha’uddin Naqshband (717-791 Usbekistan), Kirmani (717-786 Persien-Mekka-Baghdad), Siraj ad-Din al-Bulqini (Schafi’i 724-805 Ägypten), Taj ad-Din as-Subki (Schafi’i, 728-771 Ägypten), Imam al-Haythami (Schafi’i, 735-807 Ägypten), Ibn Rajab al-Hanbali (Hanbali, 736-795 Baghdad-Damaskus), Imam Zarkashi (Schafi’i, 745-794), Jalal Bulqini (Schafi’i, 763-824 Ägypten), Ibn Hajar ’Asqalani (Schafi’i, 773-852 Ägypten), Kamal Ibn al-Humam (Hanafi 790-861 Ägypten), Zakariyya Ansari (Schafi’i, 823-926 Ägypten), Imam Suyuti (Schafi’i, 849-911 Ägypten), Ibn an-Najjar (Hanbali, 898-972 Ägypten), Ibn Hajar Haytami (Schafi’i, 909-974 Ägypten-Mekka), Muhammad Shirbini Khatib (Schafi’i, -977 Kairo), Abd al-Wahhab asch-Scha’rani (Schafi’i, 898-973 Ägypten), As-Sakhawi, Mullah Ali al-Qari (Hanafi –1014 Afghanistan-Mekka), Imam Rabbani Ahmad al-Faruqi as-Sirhindi (Hanafi, 971-1034 Indien), Muhammad Ibn Allan Bakri (Schafi’i, 996-1057 Mekka), Abdalghani al-Nabulsi (Hanafi, 1050-1143 Damaskus), Ibn Ajiba (Maliki, 1160-1224 Marokko), Uthman Dan Fodio (Maliki, 1168-1232 Nigeria), Imam Schaukani (1173-1255 Yemen), Imam Khalid al-Baghdadi (1193-1242 Scham), Shaykh al-Azhar Bajuri (Schafi’i, 1198-1288 Ägypten), Ibn Abidin (Hanafi 1198-1252 Damaskus), Al-Hajj Omar Tall (Maliki 1208-1280 Senegal), Abdalqadir al-Jaza’ri (Maliki, 1222-1300 Algerien-Damaskus), Shaykh Yusuf Nabahani (Schafi’i, 1265-1350 Palästina), Badruddin al-Hassani (Hanafi, 1267-1354 Damaskus), Muhammad Bukhit al-Muti’i (Hanafi 1271-1354 Ägypten), Imam Reza Ahmad Khan (Hanafi, 1272-1340 Indien), Muhammad Makhluf (Maliki, 1288-1355 Ägypten), Shaykh Ahmed al-Alawi (Maliki, 1291-1353 Algerien), Shaykh Muhammad Hashimi (Maliki, 1298-1381 Algerien-Damaskus), Abdurrahman al-Jaziri (1299-1360 Ägypten), Imam al-Kauthari (Hanafi, 1296-1371 Scham-Kairo).

Und es wurden noch lange nicht alle wichtigen erwähnt.



Genaueres über diese großen Gelehrten kann man in den Biographiesammlungen und Geschichtswerken wie Ibn Hajars „al-durar al-kamina“, Ibn Kathirs „al-bidaya wa n-nihaya“, Dhahabis „siyar a’lam an-nubalâ“, „tarikh al-islam“ und „tadhkirat al-huffaz“, Abu Nu’ayms „hilyat al-awliya“, in den Tabaqats, wie Scha’ranis „tabaqat al-kubra“, Suyutis „tabaqat al-huffaz“ und „tabaqat al-mufassirin“, den rechtsschulenspezifischen Tabaqats wie Ibn as-Subkis „tabaqat asch-schafi’iyya l-kubra“, Ibn Abi Ya’las „tabaqat al-hanâbila“, oder in den ortsbezogenen Geschichtswerken wie z.B. in Khatib al-Baghdadis „Tarikh Baghdad“ oder Ibn Asakirs „Tarikh Dimâschq“ nachlesen.

Es werden viele konkrete Situationen geschildert und man bekommt einen guten Einblick in die Weisheit und Reinheit dieser Scheikhs, wie sie heute nur noch sehr selten zu finden ist.





Fazit:

Um den heiligen Koran und die Sunna des Propheten, SallAllahu aleihi wa sallam, zu verstehen und darüber zu sprechen, ist ein enormes Wissen erforderlich.
Das, was heute in den Moscheen unter „Koran und Sunna“ verstanden wird, hat fast nichts mit Koran und Sunna zu tun.
Man sollte nicht 1400 Jahre Wissenschaftsgeschichte, Kommentare und Erläuterungen von frommen Personen über Bord werfen und glauben, man sei in der Lage, diese Quellen selbst zu interpretieren.





1 Das Hadith ist in der Sammlung von al-Hâkim, in seinem Buch al-Mustadrak, wird aber von vielen anderen auch überliefert, manchmal mit leicht verändertem Wortlaut.
2 Oftmals taten sie dies, um ihre Argumentation zu stützen. Nicht selten werden in Neuausgaben oder „korrigierten“ Versionen („Tashîh“) Hadithe weggelassen, welche der eigenen Meinung widersprechen. Manche schrecken noch nicht einmal davor zurück, alte Bücher ohne Hinweis korrigiert (verfälscht) zu publizieren, wenn darin vertretene Standpunkte der eigenen Meinung widersprechen, wie z.B. Imam Nawawis „Adhkar“.
3 http://www.ahlu-sunnah.de/main/fiqh/143-die-ahadith-sind-der-rechtswissenschaft-untergeordnet
4 Zur Überprüfung der Überlieferungsketten hat sich später ein Wissenschaftszweig entwickelt, dessen Quellen die Biographien der Überlieferer sind „kutub ar-ridschal“, „Bücher über die Traditionarier“ in denen sowohl der Lebenslauf der angegebenen Personen, ihre Kontakte zu anderen Gelehrten als auch die hadith-kritischen Prädikate, die man mit ihren Namen jeweils verbunden hat, Erwähnung finden. Es war stets wichtig, auf das Lehrer-Schüler-Verhältnis des Überlieferers hinzuweisen, um die Kriterien seiner Zuverlässigkeit als Überlieferer nach seinen älteren Quellen - nach seinen Lehrern und schriftlichen Aufzeichnungen in seinem Besitz - überprüfen zu können. Unter diesen umfassenden Gelehrtenbiographien sind die Werke von al-Maqdisi, al-Mizzi, adh-Dhahabi und Ibn Hajar Asqalani die wichtigsten. Die Lokalhistoriker wiederum haben es verstanden, in ihren Werken zur Stadtgeschichte auch die Biographien derjenigen Traditionarier zu berücksichtigen und gemäß den Kriterien der Hadithkritik vorzustellen, die in der betreffenden Stadt oder Region gelebt und gewirkt haben. Die Werke von Ibn Asakir für die Stadtgeschichte von Damaskus und von al-Khatib al-Baghdadi für Bagdad sind in diesem Sinne konzipiert.
5 „’amal“ genannt
6 „ra’y“,
7 Tabarani hat drei Sammlungen („mu’jam“) angefertigt, eine große („al-kabîr“), eine mittlere („al-awsat“) und eine kleine („as-saghîr“).
8 Al-Hakims „Mustadrak ’alâ Sahihain“ ist eine Ergänzung der beiden Sahih-Werke (Muslim und Bukhari)
9 Abdurrazzaqs Sammlung ist eine der frühesten erhaltenen umfangreichen Sammlung mit dementsprechend kurzen Überlieferungsketten
10 Imam Abu Hanifa verfügte bereits über ein immenses Wissen, als er Imam Jafar as-Sadiq traf, sagte aber dann nach der Lehrzeit bei diesem: „Ohne die zwei Jahre wäre ich verloren gewesen.“ Er meinte die Lehrjahre bei ihm. Imam Ja’far hatte ihm wesentlich mehr als nur Fiqh beigebracht.
11Ibn Abbas war der berühmte Prophetengefährte, welcher über den Koran sprechen durfte. Allerdings ist umstritten, ob es sich bei diesem Tanwir al-Miqbas wirklich um dessen Tafsir handelt.
12 Zamakhshari wird der Mu’tazila-Sekte zugerechnet, einer sehr rationalistischen Betrachtungsweise, welche zur Zeit der Abbasiden teilweise staatstragend war und die z.B. Imam Ahmad ins Gefängnis gebracht hat, da dieser die Lehren der Ahl as-Sunna verteidigt hat und nicht von seinen Standpunkten abgerückt ist.
Der Tafsir Zamakhshari wird trotzdem gelesen, da in diesem viele grammatikalische Dinge erklärt werden, die Aqida sollte man übergehen.

Montag, 22. Oktober 2012

Hajj

bismillahirrahmanirrahim

Dhul-Hijja, der zwölfte Monat des islamischen Jahres
Hajj ist Arafat.

Der Monat Dhul-Hijja hat angefangen. Alle Hujjaj sind unterwegs und haben sich zuvor verabschiedet, als würden sie nicht wiederkommen, oder zumindest möglicherweise nicht wiederkommen. 
Alles muss zuvor geregelt worden sein, alle Schulden bezahlt und alle Entschuldigungen ausgesprochen, das Testament aufgeschrieben oder mündlich erklärt. 
Es ist der erste Test: Ist man bereit, zu Allah zurückzukehren und zu sagen: „Labbaik, Allahumma labbaik, labbaika la scharika laka labbaik, inna l-hamda wa n-ni‘mata laka wa-l-mulk la scharika laka“? (sinngemäß: „ich gebe mich Dir alleine vollständig hin, mein ganzes Wesen ist nur für Dich, keine Teilung im Herzen, keine weiteren Wünsche, die Ausrichtung ist total.“)
Zumindest übt man es.

Viele Pilger sind noch in Medina, um die 40 Gebete in der Prophetenmoschee zu verrichten; als vorbereitende Reinigung für die Hajj. 
Viele haben für diesen Moment Jahrzehnte gespart. Der Traum wurde wahr, viele weinen vor Glück.

Der wichtigste Tag der Hajj ist Arafat, nach dem Prophetenwort, Friede und Segen sei auf ihn: „Hajj ist Arafat“. 
An diesem Tag stehen die Hujjaj in der Ebene, außerhalb von Mekka, Millionen, alle in der gleichen Kleidung, dem Ihram, den weißen Tüchern, und machen Bittgebete. 
Keine Unterschiede sind äußerlich zwischen den Menschen zu erkennen, Könige und Bettler stehen nebeneinander. 
Jeder macht die Vor-Prüfung, die Übung für den Jüngsten Tag, an dem die Waage aufgestellt wird, um die guten und die schlechten Taten zu wiegen. 

Alle stellen sich die Frage: War ich bisher auf dem richtigen Weg? Oder bin ich nur meinen Wünschen und Begierden nachgefolgt, habe quasi meine Wünsche zu Gott gemacht, wie es im Heiligen Koran heißt: „Hast du denjenigen gesehen, der seine egoistischen Wünsche als Gott genommen hat“?
Die meisten werden wohl zugeben müssen, dass sie die ganze Zeit geschlafen haben, achtlos waren und sich zu oft haben ablenken lassen von der wirklichen Dienerschaft, für die sie erschaffen wurden. 
Und sie stellen in diesem Moment vielleicht zum ersten Mal fest, dass die völlige Ausrichtung viel glücklicher macht als alles im vorangegangenen Leben.

Allein das Bereuen und Bedauern der falschen Orientierung erleichtert und erleuchtet. Möglicherweise ist es das, was den Pilgern den unbeschreiblichen Glanz in den Augen verleiht, mit dem viele von ihnen zurückkehren.

„Von allen Tagen ist Arafat der beste Tag“ („Ma min yaumin afdhalu min yawmi Arafat“).

Am Tag Arafat schaut Allah auf die Gläubigen und lässt niemanden zurück, in dessen Herzen Er ein Staubkörnchen Glauben findet, ohne ihm zu vergeben („Inna Allaha ta‘ala yandhuru ila ‘ibadihi yawma Arafat, fa-la yada‘u ahadan fi qalbihi mithqala dharratin mina l-iman illa ghafara lahu“)

إن الله تعالى ينظر إلى عباده يوم عرفة فلا يدع أحداً في قلبه مثقال ذرة من الإيمان إلا غَفَرَ له ، فقالت لابن عمر رضي الله عنهما : للناس جميعاً . أم لأهل عرفة ؟ فقال : بل للناس جميعاً

Als die Sahabas, radiyAllah ‘anhum, fragten, ob dies nur für die Pilger gelte oder für alle Menschen, sagte der gesegnete Prophet, sallAllahu ‘aleihi wa sallam: „Für alle!“

Daher bereiten sich auch die zu Hause gebliebenen auf Arafat vor und fasten die ersten Tage des Dhul-Hijja, beten noch mehr als sonst in der Nacht und gedenken Allahs mit unterschiedlichem Gedenken.
Damit sie am Arafat Erkenntnis gewinnen über sich und die eigene Lage.

Insbesondere am Tag Arafat selbst ist das Fasten für die zu Hause gebliebenen empfohlen: „Wer am Tag Arafat fastet, dem vergibt Allah die Sünden des vergangenen und des kommenden Jahres“ („Man saama yawma Arafat ghafara Allahu lahu ma taqaddama min dhanbihi wa ma ta‘akhkhara li sanatin“) oder in einer anderen Überlieferung: „Das Fasten am Arafat-Tag sind eine Wiedergutmachung für zwei Jahre, ein vergangenes Jahr und ein zukünftiges Jahr“ („Siyaamu yawma Arafat kaffaratu sanatain, sanatun madiyatun wa sanatun mustaqbilatun“)

Keiner sollte sich diese wunderbare und wundervolle Gelegenheit entgehen lassen, die Allah, Jalla Jalaluhu, den Gläubigen in diesen Tagen bietet.


Husamuddin Meyer

(Quelle der Hadithe: "Ghunya" von Shaykh 'Abd al-Qadir al-Jilani, in englischer Übersetzung erhältlich als: "Sufficient provision for seekers of the path of truth")


Sonntag, 29. Juli 2012

Twenty Rak’ats for the Tarawih Prayer



Hadrat Abu Hurairah Radi Allahu Ta'ala Anhu reported that the Messenger of Allah (Peace and Blessings of Allah be Upon Him) has said,

من قام رمضان إيمانا واحتسابا غفر له ما تقدم من ذنبه
“…whoever prays during the night in Ramadhan sincerely; seeking his reward from Allah, his former sins are forgiven.” [Sahih al-Muslim, Vol. 1, Page 259, Hadith 1815]

Hadrat Sa’ib ibn Yazid has stated that,

كانوا يقومون على عهد عمر بن الخطاب رضى الله عنه فى شهر رمضان بعشرين ركعة
“We, (the Companions of the Beloved Prophet,) used to pray twenty rak’ats Tarawih prayer in the era of the Caliph ‘Umar ibn al-Khattab.” [Sunan al-Bayhaqi, Vol. 2, Page 224, Hadith 4801]

It has been stated in Mirqat al-Mafatih:

إسناده صحيح
The chain of narration of this Hadith is sound (Sahih). [Mirqat al-Mafatih – Vol. 2, Page 175]

Hadrat Yazid ibn Ruman reports that

كان الناس يقومون فى زمان عمر بن الخطاب فى رمضان بثلاث وعشرين ركعة
“...during the time of Hadrat ‘Umar ibn al-Khattab, people used to pray 23 Rak’ahs during Ramadhan (20 rak’ahs for Tarawih prayer and 3 rak’ats for witr.)” [Muwatta Imam Malik, Vol. 1, Page 115, Hadith 251]

Sayyiduna Ibn Abbas Radi Allahu Ta'ala Anhu narrates, [and] said that,

أن النبي صلى الله عليه وسلم كان يصلي في رمضان عشرين ركعة سوى الوتر
During the month of Ramadhan, aside from the praying of wit’r the beloved Prophet SallAllahu Alaihi wa Aaihi wa Sallam would also pray 20 rak’ahs of Tarawih.

Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 164, Hadith 7692
At-Tabarani, Mu’jam al-Awsat, Vol. 1, Page 243, Hadith 798
At-Tabarani, Mu’jam al-Awsat, Vol. 5, Page 324, Hadith 5440
At-Tabarani, Mu’jam al-Kabir, Vol. 11, Page 393, Hadith 12102
Al-Bayhaqi, Sunan al-Kubra, Vol. 2, Page 496, Hadith 4391
Abd bin Hamid, Musnad, Vol. 1, Page 218, Hadith 653
Khatib al-Baghdadi, Tarikh, Vol. 6, Page 113
Al-Haytami, Majma’ az-Zawaid, Vol. 3, Page 172
Ibn Abd-al Barr, al-Tamhid, Vol. 8, Page 115
Al-Asqalani, Fath al-Bari, Vol. 4, Page 254, Hadith 1908
Al-Asqalani, al-Diraya, Vol. 1, Page 203, Hadith 257
As-Suyooti, Tanwir al-Hawaliq, Vol. 1, Page 108, Hadith 263
Zahbi, Mizan al-Ae’tidal, Vol. 1, Page 170
Al-San’ani, Subul Islam, Vol. 2, Page 10
Al-Mizzi, Tahzib al-Kamal, Vol. 2, Page 149
Al-Zela’i, Nasb al-Rayah, Vol. 2, Page 153
Zurqani, Sharh Alal Muwatta, Vol. 1, Page 342



The consensus ( Ijma’) of the Companions

A companion of Sayyiduna Ali Radi Allahu Ta'ala Anhu, Sayyiduna Shutayr bin Shakil narrates that,

During the month of Ramadhan Sayyiduna Ali would read 20 rak'ahs of Tarawih and 3 wit’r.

Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 163, Hadith 7680
Al-Bayhaqi, Sunan al-Kubra, Vol. 2, Page 496, Hadith 4395

Sayyiduna Abu Abd-ar Rahman Sulami Radi Allahu Ta'ala Anhu said,

In the month of Ramadhan, Sayyiduna Ali Radi Allahu Ta'ala Anhu sent for all the Qur’anic recitors, and instructed one of them to lead [the Muslims in] 20 rak'ahs Tarawih, and Sayyiduna Ali himself would lead the wit’r prayer. [Al-Bayhaqi, Sunan al-Kubra, Vol. 2, Page 496, Hadith 4396]

It is narrated that,

Sayyiduna Ali Radi Allahu Ta'ala Anhu ordered a person to lead the Muslims in the prayer of 20 rak'ahs of Tarawih, and this was aside from the wit'r. [Ibn Abd-al Barr, al-Tamhid, Vol. 8, Page 115]

Sayyiduna Yahya bin Sa’id Radi Allahu Ta'ala Anhu said that,

Sayyiduna Umar Radi Allahu Ta'ala Anhu ordered an individual that he lead them [the Muslims] in the prayer of 20 rak'ahs of Tarawih. [Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 163, Hadith 7682]

Sayyiduna Naf’i bin Umar Radi Allahu Ta'ala Anhu states that,

Ibn Abi Malkiya would lead us in the prayer of 20 rak'ahs of Tarawih in the month of Ramadan. [Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 163, Hadith 7683]

Sayyiduna Abd-al Aziz bin Rafi’ Radi Allahu Ta'ala Anhu states that,

Sayyiduna Abi Bin Ka’ab Radi Allahu Ta'ala Anhu would lead the people of Madinah al-Munawwarah during the month of Ramadan in the praying of 20 rak'ahs of Tarawih and 3 wit’r. [Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 163, Hadith 7684]



  Sayyiduna Hata’ Radi Allahu Ta'ala Anhu states that,

I have observed worshippers praying 23 rak'ahs of Tarawih comprising of the wit’r. [Ibn Abi Shayba, Musannaf, Vol. 2, Page 163, Hadith 7688]

Malik al-‘Ulama Hadrat ‘Allama ‘Ala al-Din Abubakr ibn Mas’ud al-Kasani states:

It has been narrated that Hadrat ‘Umar al-Faruq assembled all the companions in the month of Ramadhan to perform Tarawih behind Hadrat Ubayy ibn Ka’b. so, he (Hadrat Ubayy ibn Ka’b) lead them in the Tarawih prayer performing twenty (20) Rak’ats every night. No one from them ever refuted or disapproved of this. Thus, the Ijma’ (consensus) of all the companions was on performing twenty rak’ats for the Tarawih prayer. [Bada’i al-Sana’i – Vol. 1, Page 288]

Imam Badr al-Din al-‘Aini states in his renowned commentary on Sahih al-Bukhari entitled, “Umdat al-Qari”:

‘Allama ibn ‘Abd al-Barr has states that it is the ruling of the majority of the scholars that tarawih is twenty Rak’ats. The scholars and jurists of Kufa, Imam al-Shafi’i and the majority of the Fuqaha have stated this, and this is the sound opinion as transmitted from Hadrat Ubayy ibn Ka’b that no companion had a difference of opinion in it. [‘Umdatul Qari – Vol. 5, Page 355]

Shaykh al-Islam, al-Imam al-Hafiz ibn Hajar al-‘Asqalani states:

It is the Ijma’ of the companions upon the fact that the Tarawih prayers consists of twenty rak’ats.

It has been stated in Maraqiy al-Falah the commentary of Nur al-Idah that:

Tarawih is twenty rak’ats, as the Ijma’ of the companions is upon this.

‘Allama ‘Abd al-Hayy Faranghi Mahalli states:

It has been proven that the companions used to perform tarawih twenty rak’ats in the blessed eras of Hadrat ‘Umar, Hadrat ‘Uthman, Hadrat ‘Ali and all those who came after them. Such reports have been transmitted by Imam Malik, ibn Sa’d, Imam Baihaqi and others. [‘Umdah al-Ri’ayah hashiyah Sharh al-Waqayah – Vol. 1, Page 175]

Imam Mulla ‘Ali al-Qari states:

The companions all agree (it is their consensus) upon the fact that Tarawih is twenty rak’ats. [Mirqat al-Mafatih – Vol. 2 Pg. 175]



The ruling of the Majority

Imam Tirmidhi states:

The majority of the scholars practice what has been transmitted from Hadrat ‘Umar Faruq, Hadrat ‘Ali and the other companions that Tarawih is twenty rak’ats. Imam Sufiyan al-Thawri, Imam ‘Abdullah ibn Mubarak and Imam al-Shafi’i have stated the same (that Tarawih is twenty rak’ats). Imam Shafi’i has stated that we have found the residents of our city Makkah al-Mukarramah performing twenty rak’ats for the Tarawih prayer. [Tirmidhi – Chapter on worshipping the nights of Ramadhan – Page 99]

Imam Mulla ‘Ali al-Qari has stated:

It is the conformity of all the muslims upon the twenty rak’ats for Tarawih. This is because Imam Baihaqi narrates with a sound chain of transmission that in the blessed era of Hadrat ‘Umar, Hadrat ‘Uthman and Hadrat ‘Ali, the companions and all those who followed them (Tabi’un) performed twenty rak’ats for the Tarawih prayer. [Babu Fath al-‘Inayah Sharh al-Nuqayah]

It has been stated in the commentary of Tahtawi on Maraqiy al-Falah that:

By the continuous practice of Hadrat Abubakr al-Siddiq and the other Rightly-Guided Caliphs, it has been proven that Tarawih is twenty rak’ats. [Page 224]

‘Allama ibn ‘Abidin al-Shami states:

Tarawih is twenty rak’ats; this is the ruling of the majority of the scholars and the common practice of all Muslims from east till west. [Radd al-Muhtar – Vol. 1, Page 195]

Shaykh Zain al-Din ibn Nujaim al-Misri states:

Twenty rak’ats Tarawih is the ruling of the majority of the scholars. This is because it has been reported in the Muwatta of Imam Malik on the authority of Hadrat Yazid ibn Ruman that in the blessed era of Hadrat ‘Umar al-Faruq the companions used to perform twenty-three rak’ats (twenty rak’ats for Tarawih and three rak’ats for the Witr.) [al-Bahr al-Ra’iq – Vol. 2, Page 66]

Imam Ali Qari al-Hanafi (d. 1014 AH), He said in Sharh al-Naqayah:

"Imam Bayhaqi has reported on genuine authority (sahih) about the performance of 20 rak’ahs of Tarawih during the periods of Umar, Uthman and Ali Radi Allahu Ta'ala Anhum, and hence there has been consensus (Ijma’) on it."



It has been stated in al-‘Inayah the commentary of al-Hidayah that:

Until the beginning of the Khilafah (reign) of Hadrat ‘Umar al-Faruq, the companions used to perform the Tarawih individually. Thereafter, Hadrat ‘Umar stated that, “I find it better to assemble all the companions (to perform the Tarawih) behind one Imam.” Thus, he assembled all the companions to perform the Tarawih with congregation behind Hadrat Ubayy ibn Ka’b. Hadrat Ubayy lead them in the Tarawih performing 5 sets of four-rak’ats (tarwiha) i.e. performed twenty rak’ats.

In al-Kifayah it states:

Tarawih is twenty rak’ats in total. This is our (Hanafi) ruling and that of the school of Imam al-Shafi’i.

In Bada’i al-Sana’i it has been stated:

The number of rak’ats for the Tarawih prayer is twenty; five tarweha with one salam; every two salams is a tarweha (i.e. one salaam made after every 2 rak’ats. Therefore, two salaams means after four rak’ats). This is the ruling of the scholars in general. [Vol. 1, Page 288]

Imam al-Ghazzali states:

Tarawih is twenty rak’ats. [Ihya ‘Ulum al-Din – Vol. 1, Page 201]

In Sharh al-Waqaya it has been stated:

Twenty rak’ats for the Tarawih is the Sunnah. [Vol. 1, Page 175]

In Fatawa-e-‘Alamgiri (also known as “al-Fatawa al-Hindiyyah”) it states:

Tarawih consists of five Tarweha; each tarweha is four rak’ats with two salaams (made at the end of two rak’ats). This has also been stated in al-Sirajiyyah. [Vol. 1. Page 108]

Shah Waliyullah Muhaddith-e-Dehlwi states:

The number of rak’ats for the Tarawih is twenty. [Hujjatullahil Baligha – Vol. 2, Page 18]



Wisdom behind twenty rak’ats for Tarawih

The wisdom behind it is that in total there are twenty rak’ats Fard and Wajib throughout the day and night; 17 rak’ats are fard and 3 rak’ats are Wajib. Tarawih is twenty Rak’ats so that in the month of Ramadan the status of these twenty rak’ats Fard and Wajib are elevated and so that the Tarawih prayer takes these twenty rak’ats to perfection. [al-Bahr al-Ra’iq Vol. 2 Page 67 – Tahtawi commentary on Maraqiy al-Falah – Radd al-Muhtar Vol. 1 Page 495 – al-Nahr al-Fa’iq]








Quelle: Irfan Qadri - Facebook

Dienstag, 26. Juni 2012

Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen



Du bist der Schreiber und die Schrift bist du,
    Tint' und Papier und Schreibestift bist du.
Du bist die Sternenschrift am Himmel dort,
    Im Herzen hier die Liebeschrift bist du.
Das Blatt, das treibt, das ausgetriebne Lamm,
    Der Trieb, der Treiber und die Trift bist du.
Du bist die Ruh', die Unruh' bist du auch,
    Das Gift und auch das Gegengift bist du.
Du Ebb' und Flut, Windstill' und Sturm und Meer,
    Schiffbruch und Schiff, und der drin schifft, bist du.
Was kann ich treffen? was kann treffen mich?
    Was trifft der Sinn, und was ihn trifft, bist du.

                                  ***

Wohl endet Tod des Lebens Not,
    Doch schauert Leben vor dem Tod.
Das Leben sieht die dunkle Hand,
    Den hellen Kelch nicht, den sie bot.
So schauert vor der Lieb' ein Herz,
    Als wie von Untergang bedroht.
Denn wo die Lieb' erwachet, stirbt
    Das Ich, der dunkele Despot.
Du laß ihn sterben in der Nacht
    Und atme frei im Morgenrot

                            ***


Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen

Das Meer des Herzens geht in tausend Wogen

(Übersetzt von Friedrich Rückert)

Sonntag, 24. Juni 2012

Sha‘bân und Lailat al-Barâ’a (Nacht zum 15. Sha'ban)



Dieses ist der achte Monat des islamischen Jahres, seiner Wortbedeutung nach »der Verteilende«, »der Trennende«. Es ist der »Monat des Propheten«.
Wer in der ersten Nacht dieses Monats zwölf Raka‘ât betet, in jeder Rak‘a nach der Fâtiha fünf »Qul hû« (Surat al-Ikhlâs) vortragend, der erhält den Lohn von 12000 Märtyrern für sein Gebet, und seine Sünden werden vierzig Tage lang nicht aufgezeichnet werden. Wenn einer während dieser vierzig Tage stirbt, erhält er den Lohn eines Märtyrertodes. Die empfohlene Zeit für dieses Gebet ist zwischen dem Maghrib- und dem ‘Ishâ’-Gebet, Abend- und Nachtgebet.
Der heilige Prophet (s) sagte: »Wer mir folgen will und meinen Rang und Lohn erreichen will, der faste drei Tage im Sha‘bân.«
Der heilige Prophet pflegte vor allem während des Monats Sha‘bân zu fasten. Man fragte ihn: »Warum fastest du mit Vorliebe in diesem Monat?« Er antwortete: »Dieser Monat wird von den meisten vernachlässigt; man weiß, daß Rajab der Monat Allâhs ist, und jeder versucht im Rajab viel zu fasten. Aber im Sha‘bân sagen sich viele: ›Jetzt kommt bald der heilige Rama¡ân, dann werden wir ununterbrochen fasten‹, und so wird das Fasten im Sha‘bân gering geachtet. Aber der Sha‘bân ist der Monat, in welchem das Buch der Geschicke geschrieben und über Wohl oder Weh im kommenden Jahr entschieden wird. Daher faste ich, damit der Herr, wenn Er das Buch meines Geschicks schreibt, mich fastend vorfindet.«
Dieses Neuschreiben der Bücher des Geschicks ereignet sich in der Nacht des fünfzehnten Sha‘bân, zwei Wochen vor Beginn des Rama¡ân. Es ist dies eine sehr große, heilige Nacht.
Zwischen Maghrib und ‘Ishâ’ dieser Nacht ist es dem Todesengel untersagt, die Seelen der Menschen zu nehmen. In dieser Nacht wird eines jeden Los im kommenden Jahr beschlossen: ob er leben wird oder sterben, ob er heiratet und Kinder haben wird, ob er reich sein wird oder arm. Deshalb wird das Fasten sowohl für den Tag vor wie für den nach dieser Nacht empfohlen.
Es ist üblich, in der Nacht des fünfzehnten Sha‘bân hundert Raka‘ât zu beten: Nach der Fâtiha betet man zehn Qul hû, oder aber man betet zehn Raka‘ât, in jeder Rak‘a nach der Fâtiha hundert Qul hû, aber hundert Raka‘ât zu beten, ist wohl besser. Man sagt nach jeweils zwei Raka‘ât Taslîm: As-salâmu ‘alaikum wa rahmatu llâh … Diese Nacht des fünfzehnten Sha‘bân heißt auch Lailat al-Barâ’a, und sie ist eine der fünf Nächte des Jahres, in welcher das abgestorbene Herz zu neuem Leben erweckt wird.
Eine heilige Nacht zu durchwachen und mit Gebet zu verbringen, erweckt das Herz zu neuem Leben. Das Leben des Herzens ist der Glaube und sein Tod der Unglaube. Und wenn auch der Glaube aus der ganzen Welt verschwunden zu sein scheint, im menschlichen Herzen lebt er weiter und kann jederzeit erweckt werden. Deshalb ist es zu unserem Besten, die heiligen Nächte durch unsere Gebete zu beleben, soviel wir nur vermögen.
Es gibt fünf solcher Nächte im Jahr: die Nacht des fünfzehnten Sha‘bân, Barâ’a, die siebenundzwanzigste Nacht des Rama¡ân, Lailat al-Qadr, die Nächte der beiden ‘Îd-Feste und die Nacht von Donnerstag auf Freitag. Wer in diesen Nächten sein Gebet besonders pflegt, dessen Glaube wird im Herzen wiederbelebt und erhält neue Kraft.
Aber der heilige Prophet empfahl auch, nach dem fünfzehnten Sha‘bân bis zum Beginn des Rama¡ân nicht mehr zu fasten – dies gilt für diejenigen, die es sich nicht zur Gewohnheit gemacht haben, jeden Montag und Donnerstag während des Rajab und Sha‘bân zu fasten; für sie ist es makrûh, unerwünscht, nach dem fünfzehnten des Sha‘bân zu fasten, denn sie sollten für den kommenden Rama¡ân, in dem sie zum Fasten verpflichtet sind, ihre Kräfte sammeln. Aber für solche, die das Fasten an diesen Tagen gewohnt sind, besteht keine Einschränkung.
Eines Tages, es war der dreizehnte des Sha‘bân, erschien dem heiligen Propheten der Engel Gabriel und sprach zu ihm: »O Prophet Allâhs, bete und flehe inständig für deine Gemeinde, auf daß Allâh der Allmächtige sie vor der Hölle bewahre!« Der heilige Prophet tat, wie ihn der Engel geheißen, schlief die ganze Nacht nicht und betete ohn’ Unterlaß für seine Umma. Als die Sonne aufgegangen war, kam der Engel zu ihm, lächelte und sprach: »O Prophet Allâhs, ich bringe dir ein gutes Zeichen: Allâh hat einem Drittel deines Volkes (Umma) vergeben.« Der heilige Prophet fragte: »Und die übrigen zwei Drittel?« Der Engel antwortete: »Darauf weiß ich nichts zu sagen.«
In der nächsten Nacht, der des vierzehnten Sha‘bân, kam der Engel Gabriel abermals zum heiligen Propheten Muhammad und hieß ihn wieder für seine Gemeinde beten, auf daß Allâh der Herr sie vor der Hölle errette. Der heilige Prophet betete und flehte wieder die ganze Nacht für sein Volk. Am Morgen kam der Engel zu ihm und brachte ihm Kunde, daß Allâh der Allmächtige in Seiner erhabenen Gnade sein Gebet erhört habe und ein weiteres Drittel der Gemeinde des Propheten freigelassen habe. »Und was wird aus dem dritten Drittel?« fragte der heilige Prophet. »Darüber weiß ich nichts zu sagen«, antwortete der Engel.
Aber in der dritten Nacht, der Nacht des fünfzehnten Sha‘bân, kam der Engel wiederum zum heiligen Propheten und sagte: »O Muhammad, dies ist die heilige Nacht des fünfzehnten Sha‘bân, die voll unvergleichlicher Gnade ist. In dieser Nacht läßt der Herr ein Vielfaches an Barmherzigkeit auf die Menschen herab – sieh nur, richte dein Auge auf den Himmel!« Der heilige Prophet hob den Kopf und schaute hinauf zum Himmel, und es wurden ihm die geöffneten Himmelspforten gezeigt, die Tore aller acht Paradiese weit geöffnet! Vor jedem Tor stand ein torhütender Engel, und alle riefen: »O Bruder Gabriel, was ist dies für eine besondere Nacht?« »Dies ist die Nacht der Gnade und Vergebung«, sprach Gabriel zum heiligen Propheten, »drum bete die ganze Nacht hindurch und ersuche deinen Herrn um Vergebung, und heiße auch deine Gemeinde beten.«
Dann hörte der heilige Prophet den Engel des ersten Himmels, wie er sprach: »Glücklich ist der, der in dieser Nacht Buße tut.« Und er hörte den Engel des zweiten Himmels kundtun: »Glücklich ist der, der diese Nacht im Gebet verbringt.« Der Engel des dritten Himmels sprach: »Glücklich der, der in dieser Nacht Rukû’ macht, Verbeugung.« Der Engel des vierten Himmels verkündete: »Glücklich der, der sich in dieser Nacht in Sajda niederwirft.« Der Engel des fünften Himmels lehrte: »Glücklich ist der, der in dieser Nacht den Herrn preist.« Und die Botschaft des Engels des sechsten Himmels lautete: »Glücklich ist der, der in dieser Nacht Gutes tut.« So lobten alle Engel des Himmels den Segen der heiligen Nacht.
Der heilige Prophet fragte den Engel Gabriel, wie lange der Segen dieser Nacht andauern würde, und der Engel antwortete: »Bis zum Anbruch der Morgenröte.« Daher sollten wir diese heilige Nacht so viel wie möglich mit Gebeten verbringen, denn Barâ’a heißt soviel wie »Freispruch«, »Vergebung«.
Eines Nachts erwachte A‘îshâ’, die Frau des heiligen Propheten, und fand den Propheten nicht an ihrer Seite. Sie erhob sich, um ihn zu suchen, aber fand ihn auch nicht in den Häusern seiner anderen Frauen. Dann ging sie zum Hause seiner Tochter Fâ†ima und fragte nach ihm. Er war nicht dort. Sie suchten ihn gemeinsam, aber fanden ihn nirgends. Schließlich sagte sein Schwiegersohn ‘Alî: »Ich weiß, wo wir ihn finden werden.« Er führte sie zu dem Platz, der jetzt der Friedhof Jannat al-Baqî‘ ist und den der heilige Prophet zu Lebzeiten oft aufsuchte. Dort fanden sie ihn in einem Winkel kauern; sie sahen sein Licht, das gleich einer Säule zum Himmel aufstieg. Sie näherten sich ihm, und Fâ†ima rief ihn: »Vater, Vater …« Aber er gab keine Antwort.
Als sie zu ihm kamen, fanden sie ihn in Sajda am Boden liegen, und Tränen strömten über sein Antlitz. Sie fielen auch neben ihm nieder und begannen zu weinen. Dann fragten sie ihn: »O Prophet Allâhs, was hast du vernommen? Ist es eine Offenbarung oder die Ankündigung einer Katastrophe, einer Gottesstrafe, oder steht der Feind vor den Toren?« »Nein«, antwortete ihnen der heilige Prophet, »weder Offenbarung noch Feind, noch Gottesstrafe, aber wisset: Diese Nacht ist die Nacht von Barâ’a, Vergebung, und kein Gebet und keine Bitte werden in dieser Nacht unerhört bleiben. Ich bitte Allâh darum, daß Er meine Gemeinde vor der Hölle schütze, kommt und helft mir darum beten …« So beteten sie alle gemeinsam in dieser Nacht, ‘Alî, Fâ†ima, Óasan, Óusain und ‘Â’isha, und verharrten im Gebet bis zum Anbruch der Dämmerung.
Wir, die wir kaum imstande sind, für uns selbst zu beten, sollen der Gebete dieser reinen, heiligen Seelen würdig sein? Möge Allâh uns vergeben und ihnen tausendfachen Segen zuteil werden lassen und Gnade und rechte Leitung der ungehorsamen Gemeinde Muhammads (s).
Übungen im Sha‘bân:
täglich:
100 Istaghfiru llâh

Ich bitte Allâh um Vergebung
2500 Allâhumma salli ‘alâ Muhammadin wa‘alâ âli Muhammadin wa sallim

O Allâh, schicke Segen auf Muhammad und auf die Leute Muhammads und Frieden
1000 Lâ ilâha illâ llâh

Kein Gott außer Allâh
100 Lâ ilâha illâ llâh, Muhammadu r-rasûlu llâh

Kein Gott außer Allâh, Muhammad ist der Gesandte Allâhs
[aus Amina Adil: Ramadan]
Ramadan Ramadan - Amina Adil

Quelle: Islampress.de

Freitag, 15. Juni 2012

Fiqh al-Isra



Tonight will be the 27th of the sacred month of Rajab, and according to the majority view, that is the day when Rasool Allah, salla Allahu alayhi wa sallam, traveled on his Night Journey (Israa) to Jerusalem, and then ascended from there to the Heavens (the Mi’raaj). Here are some important lessons and rulings for the seeker, that ulamaa have gained through study of the hadiths of the Israa:
The Life of Prophets:
The Prophet, salla Allahu alayhi wa sallam, said that during his Israa, he passed over the Prophet Moses standing in his grave, praying (1). Then when he arrived at Jerusalem, all the Prophets came there in their bodies and clothes, and he led them in Salaat (2). Then when he ascended into the Heavens, he saw some of the Prophets there once more, as is well known.
From this we can take the following:
1) Proof that the Prophets are alive after their death, and that their bodies are still intact. The Prophet salla Allah alayhi wa sallam, told his companions that he will hear the salaat and salaam that the people of future generations will say to him, and they asked him how that is possible, when his body has decomposed, and he said, “Allah has forbidden the Earth to eat the bodies of the Prophets” (3).
2) Evidence that the Prophets can be seen after their death, by those who are awake. It also shows that it is not impossible for the Prophet Muhammad, salla Allah alayhi wa sallam, to go to, and appear to, Muslims in different parts of the world, just as the Prophets went to Jerusalem on that night.
3) Evidence that after their death, Prophets can appear in more than one place at once, or travel miraculously from one place to another. For example, our Prophet saw sayyidna Musa praying in his grave, then in Jerusalem, then in the sixth heaven, all in the same night. (4)
Honoring the Places of the Prophets and Righteous Servants
During the Israa’ journey to Jerusalem, the angel Gabriel said to the Prophet, “Descend and pray in this spot”, so the Prophet prayed there, and then Gabriel said, “Do you know where you prayed?”, and when he answered in the negative, the angel explained that he prayed in the place where Moses rested under a tree, in the city of Madyan (See the Holy Qur’an, verse 24 of surat Al-Qasas). (5)
The Angel Gabriel made the Prophet perform the Salaat in another spot during the Israa, and after the Prophet prayed there, Gabriel explained that it was Bethlehem, where sayyidna Isa was born (6). Then they did the same on Mt. Sinai were God spoke to sayyidna Musa (7), and also in Yathrib (8).
The great shaykh Ahmad Al-Dardir wrote, “From this we take the permissibility of seeking blessings from the traces of the Prophets and the Righteous.”
The Imam of the Azhar, shaykh Saleh al- Jaafari al-Husayni, explained that this was because the Prophet descended while on his journey, and got off the Buraq, for the sake of the piece of land on which Moses sat, thus honoring Moses and showing respect to him, and giving thanks to Allah Most High.
The other ruling that we can take from that is the permissibility to visit the grave of Prophet Muhammad and pray next to him.
Shaykh Saleh al-Jaafari wrote that the above hadiths showed how Allah Most High honored the places of Moses, and the Prophet was instructed to pray there by the angel Gabriel. And likewise, the Qur’an honored the place of Abraham, and instructed us to pray there. The Qur’an says, “And make the Maqam Ibrahim a place of Salaat” (Surat al-Baqara, verse 125), and in a variant reading it says, “And they took from the Maqam Ibrahim a place of Salaat“. Thus the Qur’an is telling us that previous nations prayed in this maqam, which is where the Prophet Abraham stood while building the Kaaba, and that we should also pray there.
Shaykh Saleh al-Jaafari writes, “So how could we not then go to the Prophet – salla Allah alayhi wa sallam- when he is alive in Medina, in a garden from the gardens of Paradise(9) ? And how could we not respect his place, when Allah Most High glorified the place of Abraham and Moses, alayhim assalam?” (10)
Furthermore, it is important to note that neither Madyan, Mt. Sinai, or Bethlehem are on the way from Mecca to Jerusalem, which means that Gabriel made the Prophet travel to them only for the sake of visiting them and honoring them. This is clear refutation of those who say it is not permissible to travel solely to visit the Prophet Muhammad in Medina.
When I went to Umra, I saw that the place where sayyidna Muhammad – salla Allahu alayhi wa sallam- was born, is now a library, and pilgrims are barred from entering it, and a large sign outside tells us that the Prophet never commanded us to visit the place of his birth and that praying there is shirk! However the Prophet himself prayed where the Prophet Isa was born, and if the Salaat is done to Allah alone, then how could it be shirk?!?! They are keeping the Muslims from imitating the Prophet! The place of his birth is more deserving of honor by Muslims than that of sayyidna Isa, and more deserving of performing Salaat there in praise of Allah, thanking him for sending us His Mercy unto mankind.
Should You Fast on the 27th of Rajab?
First of all, no one knows for sure if the 27th of Rajab is really the day of the Israa’ and Mi’raj.
Shaykh Yusef al-Qaradawi says, “Among the prohibited types of fasting is any kind of fasting people initiate on their own without any Shari’ah text or evidence. An example of this is the fasting on the 27th of Rajab thinking that it is the day that followed the night of Al-Israa’ and Al-Mi`raj.” (11)
But there are in fact some reports and traditions about the benefit of fasting that day, and staying up that night. However these traditions make no connection between this day and the Israa and Miraj.
Shaykhul Islam, the imam Abd al-Qadir al-Jilani, writes in his Ghunya that scholars have counted 14 nights in which it is recommended to stay up for worship, and among those are the first night of Rajab, the night of the 15th of Rajab, and the night of the 27th of Rajab.
He also relates with his isnad to Abu Hurayra, that the Prophet salla Allah alayhi wa sallam said, “For him who fasts the 27th of Rajab, the reward of sixty months of fasting will be written down for him.”
He says that it is the first day that Gabriel told the Prophet to announce his message to the people, thus it is the first day of the Prophet as a Messenger. Remember that the Prophet fasted on Mondays because it was the day he was born and the day he received the first revelation (12), and fasting on the day he was given the first message to mankind is similar to that, and might explain the merit described in the hadith above.
Al-Jilani also relates with his isnad to Hasan al-Basri the special practice of Ibn Abbas (of seclusion and Salaat from Fajr until Asr) on that day, which he said is what the Prophet did on that day, which shows that this is a special day that should be honored. (13)
And may Allah guide us to honoring His special times, places, and servants.
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1. Sahih Muslim
2. Sahih Muslim
3. In the hadith collections of Al-Nasa’i, Abu Dawood, Ibn Majah, Ahmad ibn Hanbal, and Al-Bayhaqi.
4. For a more in-depth discussion, see the article Waking Vision of the Prophet: (riyada.hadithuna.com/waking-vision-of-the-prophet/)
5. In the hadith collections of Al-Tirmidhi and Al-Bayhaqi.
6. In the hadith collections of Al-Tirmidhi and Al-Bayhaqi and Al-Nasa’i.
7. In Sunan Al-Nasa’i.
8. The Prophet changed its name to Teeba, and is now known as Al-Madina al-Munawwara. This was in the hadith collections of Al-Tirmidhi and Al-Bayhaqi and Al-Nasa’i.
9. Referring to the hadith in Sahih Bukhari: “Between my house and my pulpit is a garden from the gardens of Paradise” and the hadith in Tirmidhi: “The grave is a garden from the gardens of Paradise, or one of the pits of Hell”.
10. Al-Shaykh Saleh al-Jaafari, Al-Siraj al-Wahhaj fee Qissat al-Israa’ wal-Mi’raj, Cairo: Dar Jawami’ al-Kalim.
11. Quoted in a fatwa on Islam Online.net
12. Sahih Muslim.
  1. See the chapter called “Majlis: Fee Fada’il Shahr Rajab” in Abd al-Qadir al-Jilani’s Al-Ghunya li-Talibi Tariq al-Haqq.

Dienstag, 5. Juni 2012

Meer der Barmherzigkeit

Ein Meer der Barmherzigkeit reicht von der Gegenwart in die ewige Vergangenheit und alles, was existiert, muß etwas von diesen Meeren der Barmherzigkeit in sich tragen. Jedes geschaffene Ding preist seinen Herrn, und für alles, was existiert, ob Tiere, Pflanzen oder Menschen müssen wir Allah danken, denn alles birgt etwas von den Meeren der Barmherzigkeit in sich.
Dies ist ein Punkt, auf den viele Gläubige nicht achten. Sie haben dies vergessen oder kümmern sich nicht darum. Wir müssen für immer dankbar sein, für alles, was Allah in diese Welt hineingesetzt hat. Jeder muß bedenken, wenn er etwas betrachtet, daß dieses Ding von den Meeren der Barmherzigkeit kommt, sonst wäre es nie geschaffen worden. Wir müssen selbst für uns unerwünschte Dinge 'Alhamdulillah' sagen, denn auch was wir nicht mögen, muß, solange es existiert, etwas von den Meeren der Barmherzigkeit in sich tragen. Man muß daher für jedes Geschöpf 'Alhamdulillah' sagen. Die Menschen müssen dankbar füreinander sein. Alles, was uns unangenehm ist oder unliebsam, lehrt uns mit seiner Existenz, was Allah lieb ist. Es muß auch all die unbeliebten 'Lehrer' für uns geben, damit wir an ihnen sehen, an ihrem Äußeren oder Inneren, daß wir zusehen müssen, nicht so zu sein wie sie. Wenn einer unbeliebt ist, und du ihn nicht magst, sagt sein wirkliches Wesen zu dir: "Oh mein Bruder, sei nicht so wie ich." Und wir müssen ihm danken, denn er lehrt uns auf diese Weise, was lieb und was unlieb in der göttlichen Gegenwart ist. So müssen wir Allah für alles, was wir vorfinden, danken und 'Alhamdulillah' sagen. Und das wiederum bewirkt, daß jedesmal, wenn wir es sagen die schweren Lasten leichter werden und schließlich ganz verschwinden und uns nichts mehr stören kann.
Das ist eine sehr wichtige Botschaft für jeden, da wir in diesem Leben nicht mit jedem zufrieden sein können. Mit etwas nicht zufrieden zu sein, bedeutet, daß man nicht genug Vollkommenheit besitzt. Es ist ein Zeichen von Unreife, mit dem einen glücklich und mit dem anderen unglücklich zu sein. Es ist eine schlechte Eigenschaft, die Unvollkommenheit beweist. Vollkommen ist, wer mit allen glücklich sein kann, für den beides gleich ist, so daß er auch für unliebsame Dinge 'Alhamdulillah' sagen kann. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn einem ein unbeliebter Mensch begegnet. Sag 'Alhamdulillah', denn wenn er nicht da wäre, würde die Last, die er trägt, vielleicht auf deine Schultern gelegt werden. Die Kleider der Eigenschaften sind mannigfaltig, und das Kleid, mit dem Gott einen bekleidet, muß er in diesem Leben tragen.
Allah bekleidet alle seine Menschen mit einem geeigneten Kleid für seine Gegenwart. Wenn er jemanden unbeliebt macht, trägt dieser deshalb jene Last. Sag für die Person, die diese Last trägt, 'Alhamdulillah'. Wenn er es nicht akzeptiert hätte, würde ich es tragen müssen. Wer den einen schön kleidet, kleidet den anderen häßlich. Wer eine unbeliebte Form bekam, muß auch 'Alhamdulillah' sagen und auf die schauen, die noch schwerere Lasten tragen. Alhamdulillah, daß es all diese Millionen gibt. Denn jedes dieser Wesen gibt diesem Leben eine Zierde. Wenn es nicht existieren würde, wären unsere Lebensumstände schwieriger und mühsamer. Selbst eine Schlange ist ein Schmuck, dank dem Herrn, der dieses Ungetüm gemacht hat, denn alles kommt durch die Meere der Barmherzigkeit, um die Menschen auf dem Weg ihrer spirituellen Entwicklung zu fördern. Wenn du dein Adab bewahrst für alles Unliebsame, dann kommt dir dafür die göttliche Barmherzigkeit entgegen. Dann entsteht aus jeder Form und Erscheinung in deinem Herzen göttliche Weisheit. Selbst zu diesem Glas Wasser mußt du sagen: "Gepriesen sei Allah, Der Flüsse schuf, die voller Wasser sind und aus den Meeren der Barmherzigkeit strömen."
Trachtet danach, Vollkommenheit zu erreichen, schaut jedem ins Gesicht. Wenn Rasulullah (s) auf seine Nation schaut, betrachtet er jeden mit dem gleichen Blick. Deshalb ordnen unsere Großscheichs an, jedem zu Ehren und für die Existenz von jedem, 'Alhamdulillah' zu sagen. Es mag dir nicht alles gefallen, doch alles Erschaffene ist notwendig für andere und erfüllt einen bestimmten Zweck. Sei glücklich mit jedem, auch wenn er sich schlecht verhält, denn Allah der Allmächtige hat viele Gründe, um von Seinen endlosem Meeren zu geben. Er benutzt so viele Dinge als Mittel und Überbringer, um von Seinen Meeren zu geben. Alles trägt etwas Gutes in sich, und wenn du das verstanden hast, kannst du mit allem und jedem zufrieden sein. Wenn man 'Alhamdulillah' zu unliebsamen Dingen sagt, nimmt Allah dieses unliebsame Ding aus deiner eigenen Persönlichkeit weg. Selbst der Häßlichste schwimmt in Allahs Barmherzigkeit. Stört sie nicht, zeigt nicht eure Abneigung. Versucht, mit jedem glücklich zu sein, das ist das höchste Ziel der Menschheit. Es benötigt Übung und es geht nicht von heute auf morgen. Wenn du bei jeder Gelegenheit 'Alhamdulillah' sagst, wirst du nie Dunkelheit in deinem Herzen haben und mußt dein Ziel erreichen

Sheikh Nazim al-Haqqani